Der SV Straelen präsentiert sich beim 0:4 gegen den 1. FC Köln II schwach

SV Straelen geht nach einer ganz schwachen Vorstellung mit 0:4 (0:3) gegen den 1. FC Köln II baden. Beim Schlusslicht TV Herkenrath muss jetzt ein Sieg her – ansonsten beginnt das große Zittern.

Die Fußballfreunde, die sich am Samstag trotz teilweise heftigen Regens und starker Sturmböen auf den Weg zum Regionalligaspiel zwischen dem SV Straelen und dem 1. FC Köln II gemacht hatten, bekamen schon einmal einen Vorgeschmack geliefert. Nämlich auf die ziemlich ungemütlichen Tage, die an der Römerstraße ins Haus stehen. Die exakt 345 Besucher wurden Zeuge einer 0:4 (0:3)-Heimpleite gegen das Nachwuchs-Ensemble des Zweitliga-Spitzenreiters. Solche Ausrutscher können und dürfen einem Aufsteiger zwar passieren. Doch tatsächlich tritt zehn Spieltage vor Saisonende noch einmal der Fall ein, dass sich der SV Straelen in der Tabelle nach unten orientieren muss. Am kommenden Samstag ist die Mannschaft beim abgeschlagenen Tabellenletzten und designierten Absteiger TV Herkenrath gefordert – eine weitere Niederlage hätte fatale Folgen.

Die Gäste aus der Domstadt stellten praktisch schon mit der gewonnenen Platzwahl die Weichen auf Sieg. Der 1. FC Köln II hatte im ersten Durchgang den Wind im Rücken und sollte diesen kleinen Vorteil konsequent nutzen. Straelens Schlussmann David Buchholz, der in der Pause wegen einer Verletzung am Oberschenkel ausgewechselt werden musste, schaffte es bei seinen Abschlägen nicht, den Ball auch nur annähernd bis zur Mittellinie zu schießen. Die stürmisch beginnenden Kölner hatten dann auch noch etwas Glück, als Schiedsrichter Philip Holzenkämpfer nach vier Minuten auf den Punkt zeigte. Eigentlich hätte Straelens Außenverteidiger Jasper Löffelsend bei dieser Aktion, die sich am Rande des Strafraums und ohne Torgefahr abspielte, nur wegbleiben müssen. Tat er aber nicht – und schon verhängte der Unparteiische einen Elfmeter der Kategorie „kann man pfeifen, muss man aber nicht“.

Kölns Kapitän Roman Prokoph war da schon auf Betriebstemperatur und verwandelte den Strafstoß eiskalt. Ein Auftakt nach Maß für die Gäste, die im weiteren Spielverlauf das Heft in der Hand hielten und sich weitere Chancen erspielten. Nach vorne lief für die Grün-Gelben nur wenig, die gegen eine stabile Abwehr keine Torgefahr erzeugen konnten und erst nach 20 Minuten den ersten Eckball zugesprochen bekamen. In der 32. Minute machte sich die Kölner Mittelfeld-Hoffnung Nikolas Nartey, dem nicht wenige Experten eine Zukunft in der Bundesliga zutrauen, nach einer Balleroberung unbedrängt in Richtung Straelener Tor auf und zog aus 20 Metern zur 2:0-Führung trocken ins untere rechte Eck ab.

Nur vier Minuten später klingelte es schon wieder im Straelener Kasten. Wieder war es Martey, der sich erneut über viel Bewegungsfreiheit freute und den dritten Treffer für die Gäste nachlegte. Es hatte schon etwas von Galgenhumor, als die Straelener Fans Abstiegsgesänge auf den 1. FC Köln anstimmten. Zumal es nach dem Seitenwechsel gerade einmal vier Minuten dauerte, ehe die Kölner Mannschaft um Trainer André Pawlak endgültig den Deckel drauf machte. Der junge Angreifer Adrian Szöke wurde auf der rechten Seite frei gespielt – schon stand’s 4:0.

Straelens Kapitän Kevin Weggen, der erstmals nach seinem Ermüdungsbruch wieder in der Startelf stand, vergab zwei gute Möglichkeiten, das Ergebnis etwas freundlicher zu gestalten, als die Kölner in der 78. Minute den Ball nicht aus der Gefahrenzone brachten. In der Pressekonferenz wurde endgültig deutlich, dass in Straelen die Nerven allmählich blank liegen. Trainer Marcus John bezeichnete Presseberichte als Motivationsspritze für den Gegner. Und setzte die Privatfehde mit Schiedsrichter Holzenkämpfer fort, der ihn in der zweiten Halbzeit wegen einer verbalen Attacke hinter die Bande geschickt hatte: „Der Schiedsrichter muss wohl ein großer Köln-Fan sein.“ Dabei dürfte auch John gesehen haben, dass seine Mannschaft in den 90 Minuten zuvor eine mangelhafte Leistung geboten hatte, die sich in Herkenrath nicht wiederholen darf.

Quelle: RP
Foto: Andrea Kerpen