Straelen Media: Wieso ein Wechsel vom Senioren-(TV Asberg 1. Mannschaft) in den Juniorenbereich?

Zuerst einmal ist es gar kein klassischer Wechsel vom Senioren- in den Jugendbereich. Ich betreue neben der 1. Mannschaft seit 8 Jahren auch eine Jugendmannschaft beim TV Asberg. Mit den Kids bin ich seit der Bambini zusammen und habe in der Zeit viele tolle Momente erleben dürfen. Insofern bin ich dem Jugendfußball seit vielen Jahren sehr verbunden. Nichts desto trotz habe ich für mich festgestellt, dass ich mich als Trainer im Jugendbereich viel intensiver einbringen kann, als im Seniorenbereich. Zumindest als Trainer in der Kreisliga A. Oft sind die Jungs müde von der Arbeit, oder gehen noch anderen Verpflichtungen nach. Da ist es als Trainer sehr schwer, den Jungs Ideen und Vorstellungen im Trainingsalltag zu vermitteln. Im Jugendbereich habe ich in der Regel eine Trainingsbeteiligung von über 90 Prozent, so dass ich in der Regel intensiv mit der gesamten Mannschaft arbeiten kann. Und was mir an der Jugendausbildung besonders gefällt, ist folgendes: alles, was die Jungs können, das können sie wegen dir als Trainer. Umgekehrt ist es aber genauso. Was sie nicht können, hast du nicht gut vermittelt. Des Weiteren sieht man den Jungs an, wenn dein Training nicht interessant und fordernd ist. Man erhält also unmittelbares Feedback.

Straelen Media: Weshalb gerade der SV Straelen?

Auf dem ersten Blick eine berechtigte Frage, wenn man bedenkt, dass es doch schon eine ganz schöne Fahrerei ist, die man als Moerser da auf sich nimmt. Auf der Anderen Seite stelle ich da gerne die Gegenfrage: wohin sonst in der näheren Umgebeung? Straelen besitzt eine hervorragende Infrastruktur innerhalb des Vereins. Die Trainingsmöglichkeiten sind ausgezeichnet und die Philosophie des Vereins ist es, leistungsorientierten Jugendfußball anzubieten. Dabei habe ich als Außenstehender den Eindruck, dass das familiäre Miteinander und die persönliche sowie charakterliche Entwicklung neben den sportlichen Zielen eine große Rolle spielt. Mit diesem Paket kann ich mich als Trainer und Vater sehr gut identifizieren und denke, Dass der SV Straelen für junge Talente eine gute Adresse ist.

Straelen Media: Was sind die Ziele in der kommenden Saison mit dem 2007er Jahrgang?

In erster Linie geht es darum, die Jungs weiter zu entwickeln und ihnen dabei zu helfen, den nächsten Schritt zu machen. Als D1 Jahrgang werden wir versuchen, die taktischen Grundlagen des Fußballspiels gemeinsam mit den Jungs zu erarbeiten. Den größten Stellenwert in der täglichen Trainingsarbeit wird aber nach wie vor die individuelle, technische Ausbildung einnehmen. Nur wer im 1:1 bestehen kann, wird sich später auch im Leistungsfußball zurechtfinden können. Fintieren, Ballbehandlung, Koordination, Dynamik. Das werden Themengebiete sein, die den Rahmen bilden. Sowohl für die Offensiv- als auch Defensivspieler. Darüber hinaus wird der Spaß aber nicht zu kurz kommen. Nur wer mit Spaß und Freude bei der Arbeit ist, kann sein Leistungsvermögen voll ausschöpfen.

Straelen Media: Otten und Reetz als Trainer. Kann das passen?

Dirk und ich freuen uns auf die gemeinsame Herausforderung. In den Gesprächen für eine mögliche Zusammenarbeit haben wir festgestellt, dass wir unheimlich viele Schnittmengen haben und den Fußball ähnlich interpretieren. Und das, obwohl wir einige Jahre kaum Berührungspunkte hatten. Schon in unserer gemeinsamen Ausbildung für die B-Lizenz haben wir stundenlang über Fußball diskutiert und damals schon gemerkt, dass wir vieles ähnlich sehen. Zwar sind wir nach der Ausbildung im losen Kontakt geblieben, jeder ging aber seinen Weg. Das wir jetzt zusammenarbeiten, wird für uns beide spannend werden und ich denke, dass wir uns gegenseitig bereichern. Böse Zungen würden uns auch als fußballbekloppt bezeichnen. In meinen Augen eine sehr zutreffende Bezeichnung. Und um die Frage zu beantworten: Ja, das wird passen.

Straelen Media: Was erwartest du für dich persönlich von der Saison in Straelen?

Zunächst einmal möchte ich nicht nur über die nächste Saison sprechen. Wer mich kennt, weiß, dass ich immer über einen längeren Zeitraum Projekte begleite. Und das möchte ich auch in Straelen. Ich erhoffe mir, dass ich mich durch die Gegebenheiten selbst weiter entwickel. Sowohl in meiner Persönlichkeit, als auch in der fachlichen Kompetenz. Ich habe diesen Schritt sehr bewusst gewählt, da ich als Trainer auch immer selbst lernwillig und wissbegierig bin. Ich kann sicherlich noch in ganz vielen Bereichen dazu lernen und einiges optimieren. In Straelen sehe ich die Möglichkeiten dazu.