Bester Spieler, erfolgreichster Torschütze und selbstverständlich auch noch der Turniersieg: Fußball-Oberligist SV Straelen entscheidet das Finale um den Brüggener Burgpokal mit 3:1 (1:0) gegen Union Nettetal für sich.

Schöne Grüße von den Abräumern. Fußball-Oberligist SV Straelen war bei der 32. Auflage des Turniers um den Burgpokal von TuRa Brüggen das Maß aller Dinge. Mit einem verdienten 3:1 (1:0) im Finale gegen Vorjahressieger Union Nettetal landeten die Grün-Gelben ihren zwölften Erfolg in der langen Geschichte des Wettbewerbs. Als „besten Spieler des Turniers“ rief TuRa-Chef Hans-Willi Cüsters Kevin Weggen zu sich und nahm die Auszeichnung höchstpersönlich vor. Weiter wurde der SV Straelen als „torbeste Mannschaft“, so die offizielle Bezeichnung des Veranstalters, ausgezeichnet. Doch damit noch nicht genug: Die Torjägerkanone ging an den Mittelstürmer der Grings-Truppe, Shun Terada. Insgesamt wurden im Burgpokal-Turnier Siegprämien in Höhe von mehr als 2500 Euro ausgeschüttet.

Am Finaltag traf die Mannschaft gegen 16 Uhr ein – zwei Stunden vor dem Anpfiff der Partie gegen den künftigen Oberliga-Rivalen aus Nettetal. Am Morgen hatte sie noch ein zweistündiges Trainingsprogramm absolviert. Die Strapazen des viertägigen Trainingslagers in Goch standen jedem einzelnen Spieler deutlich ins Gesicht geschrieben. Die Jungs waren ganz einfach platt und sehnten sich nur noch nach dem eigenen Bett.

Die Auswirkungen des harten Trainingslagers waren bereits am Samstag im Halbfinale deutlich geworden. Erst durch einen Sieg im Elfmeterschießen gegen Gastgeber TuRa Brüggen (Bezirksliga) hatte sich der SV Straelen für das Finale qualifiziert. Umso überraschender, wie lauf- und kampfstark sich die Mannschaft gegen Nettetal auf dem Platz präsentierte. Allen voran die drei Angreifer aus dem Land des Lächelns: Ryo und Shun Terada und vor allem Meguru Odagaki, der, so die grobe Schätzung von Team-Manager Stephan Houben, 18 Kilometer Laufleistung abspulte. Seine herausragende Leistung krönte er in der Nachspielzeit mit dem Treffer zum 3:1-Endstand. Insgesamt überzeugten die Grings-Schützlinge 90 Minuten lang spielerisch und drückten der Partie ihren Stempel auf. „Unglaublich, wie die Spieler nach dem intensiven und anstrengenden Trainingslager noch Gas gegeben haben“, lobte Houben nach dem Spiel. „Aber die Stimmung in der Mannschaft ist ausgezeichnet. Und das spiegelt sich in der Leistung wider.“

Stammplatz-Garantien hat Inka Grings noch nicht vergeben – der Konkurrenzkampf ist in vollem Gange. Nach den Testspielen gegen VV Venlo, Fichte Lintfort und Union Nettetal zeichnen sich jedoch einige Konstellationen ab: In diesen Begegnungen überzeugten Ole Päffgen und Kevin Weggen in der Innenverteidigung. Die rechte Außenbahn könnte das neue Terrain von Kai Schwertfeger werden. Vor der Abwehr lieferte Spielführer Fabio Ribeiro sehr souveräne Partien ab. „Meg“ Odagaki überzeugte in den Spielen als Stürmer und auf der Position hinter den Spitzen und zeichnete sich wiederholt als Torschütze aus. An Mittelstürmer Shun Terada wird vermutlich kein Weg vorbeiführen. Grundsätzlich dürfte sich Inka Grings zum Saisonstart mit einem Luxusproblem beschäftigen müssen. Denn in der Vorbereitung haben sich praktisch alle Spieler für einen Einsatz in der Startelf empfohlen. Die Trainerin äußert sich noch zurückhaltend: „Wir haben noch zwei Wochen Zeit bis zur Saisoneröffnung. Bis dahin kann sich noch einiges tun. Jetzt haben wir uns nach vier anstrengenden Tagen erst einmal zwei Tage Pause verdient.“

Der SV Straelen profitierte in der ersten Hälfte nach einer halben Stunde von einem Nettetaler Eigentor. Zehn Minuten waren im zweiten Abschnitt gespielt, als der Ex-Straelener Frederik Verlinden Shun Terada nicht aufhalten konnte und dieser auf 2:0 erhöhte. Morgenluft schnupperte die Union nach dem Anschlusstreffer von Mihai Bogoiu vier Minuten vor Schluss. Den Schlusspunkt setzte Odagaki in der Nachspielzeit.

„Wenn wir nach einer Viertelstunde unsere Chance zum Führungstreffer nutzen, läuft die Partie anders“, meinte Khaled Daftari, der bis zur letzten Saison als Co-Trainer beim SV Straelen an der Linie stand und inzwischen als Team-Manager bei Union Nettetal in der Verantwortung steht. „Aber alles in allem muss ich die gute Leistung der Straelener anerkennen.“

Quelle: RP (Heinz Spütz)
Foto: Heinz Spütz