Erste Runde um den Niederrheinpokal: Oberligist reist zum Rather SV.

Inka Grings ist viel zu ehrgeizig und professionell aufgestellt, um schon zum jetzigen Zeitpunkt zufrieden zu sein. Dabei hätte Deutschlands Rekord-Torjägerin, die in der kommenden Saison als Trainerin den SV Straelen zurück in die Regionalliga führen möchte, allen Grund dazu.

Denn die Vorbereitung der Grün-Gelben auf die Oberliga-Saison, die am Sonntag, 11. August, mit einem Heimspiel gegen den Cronenberger SC eröffnet wird, ist nahezu optimal verlaufen. In Sachen Kondition und Fitness hat sich das intensive Training bereits bezahlt gemacht – in diesen Bereichen dürfte der Topfavorit auf den Titelgewinn schon einmal die Nase vorn haben.

Und dann zeichnet sich nach den Testspielen ab, dass der Verein noch viel Freude an seinen Japanern haben wird. Die drei Neuzugänge aus Fernost haben jedenfalls voll eingeschlagen. Die Zeiten, in denen Jannik Stevens als unumstrittener Linksverteidiger gesetzt war, gehören der Vergangenheit an. Im Pokalspiel beim Landesligisten aus Düsseldorf dürfte Stevens zwar in der Startelf stehen. Allerdings nur, weil sein Rivale Tatsuya Fukushige zurzeit in seinem Heimatland noch einige Kleinigkeiten erledigen muss.

Ryo Terada ist fast genauso schnell wie sein Bruder Shun und soll das Straelener Flügelspiel intensivieren. Die Voraussetzungen dazu bringt der Neuzugang vom TSV Meerbusch allemal mit. Sein Landsmann Kaito Mizuta hat seine Torgefährlichkeit hinlänglich unter Beweis gestellt. Hinzu gesellt sich so etwas wie ein „gefühlter Neuzugang“. Der kleine Dribbel-Spezialist Meguru Odagaki war in der Regionalliga-Saison praktisch völlig abgetaucht. Plötzlich präsentiert sich der 22-Jährige als wertvolle Alternative für die Offensive und erhebt sogar Ansprüche auf einen Stammplatz. Diesen hat Ole Päffgen fast schon sicher. Der junge Abwehrspieler, der viele Jahre in den Nachwuchs-Mannschaften von Bayer Leverkusen am Ball war, kommt vom Ligarivalen Germania Ratingen. In den bisherigen Testspielen hinterließ er an der Seite von Kevin Weggen in der Innenverteidigung einen grundsoliden und sicheren Eindruck – eine Variante, die sich als Ideallösung entpuppen könnte. Zumal Inka Grings aktuell für die Abwehrzentrale kaum Alternativen hat. Ahmet Saglam, Neuzugang vom Nord-Regionalligisten VfB Oldenburg, ist der große Pechvogel der Straelener Vorbereitung. Der 32-Jährige hat sich im Training ohne Einwirkung eines Gegenspielers einen Schienbeinbruch zugezogen und fällt auf unabsehbare Zeit aus – die Hinserie ist für den zweikampfstarken Innenverteidiger jedenfalls schon gelaufen.

Ein weiterer Neuzugang muss sich noch in Geduld üben, weil er einen großen Teil der Vorbereitung verpasst hat. Aleksandar Pranjes, zuletzt für den FC Wegberg-Beeck im Einsatz, hatte vor seinem Wechsel an die Römerstraße bereits eine Urlaubsreise gebucht. Jetzt hat der Außenstürmer Trainingsrückstand und muss sich zunächst einmal hinten anstellen.

Mit dem Gegner im ersten Pflichtspiel der neuen Saison hat sich Inka Grings nicht allzu intensiv beschäftigt. Das hat überhaupt nichts mit Geringschätzung des Landesligisten Rather SV oder Arroganz zu tun. Sondern ausschließlich mit gesundem Selbstvertrauen. „Der Pokal ist ein reizvoller Wettbewerb. Ich erwarte ganz einfach von meiner Mannschaft, dass sie Dominanz auf den Platz bringt und erkennen lässt, dass sie wenigstens eine Klasse besser als der Landesligist ist“, sagt Grings. Eine Devise, die sich für die Grün-Gelben auch auf die meisten Gegner in der Oberliga übertragen lassen sollte.

Für die Trainerin zählt nur die Mission Regionalliga-Rückkehr. Und da sind die Vorbereitungen des SV Straelen noch lange nicht abgeschlossen. Noch bis zum 31. August haben Präsident Hermann Tecklenburg und Sportlicher Leiter Stephan Houben Zeit, die Wunschliste der unumstrittenen Chefin an der Römerstraße abzuarbeiten. „Aktuell ist unser Kader noch zu klein, um auf Dauer erfolgreich sein zu können. Wir brauchen noch vier, bis fünf Verstärkungen. Aber ich bringe da auch die nötige Geduld mit“, versichert Inka Grings.

Quelle: RP