Die sechste Niederlage macht Hoffnung

Fußball-Regionalligist SV Straelen steht zwar weiterhin punktlos am Tabellenende. Doch bei der 0:2-Niederlage gegen den Topfavoriten Preußen Münster deutete die Mannschaft zumindest in der ersten Halbzeit einen Aufwärtstrend an.

Die Talfahrt des SV Straelen dauert an. Die Mannschaft steht nach dem sechsten Spieltag in der Fußball-Regionalliga weiterhin ohne Punkte und mit gerade einmal einem einzigen Treffer da. Die Gastgeber zeigten zwar im Homberger PCC-Stadion gegen den Topfavoriten Preußen Münster zumindest in der ersten Halbzeit eine mehr als ansprechende Leistung, hatten aber letztlich mit 0:2 (0:0) das Nachsehen. Nach dem Führungstreffer der Münsteraner in der 57. Minute verlor das Schlusslicht den Faden. Es fehlte auch die nötige Zielstrebigkeit, um für eine Überraschung sorgen zu können. Der Treffer zum 0:2-Endstand fiel in der 86. Minute.

Die Partie war aus Sicherheitsgründen nach Homberg verlegt worden, weil in Straelen nach wie vor eine Baustelle die Zufahrtsstraße zum Gästebereich versperrt. 630 Besucher hatten sich auf den Weg in den linkrsrheinischen Duisburger Stadtteil gemacht. Die Anhänger der „Heimmannschaft“ waren in der Unterzahl, für sie war der Ausgang des Spiels schon vor dem Anpfiff klar – es wurde lediglich über die Höhe der erwarteten Niederlage diskutiert. In der Halbzeitpause zeigten sich die meisten Straelener allerdings angenehm überrascht von der Vorstellung ihrer Mannschaft.

Die Statistik zum Spiel des SV Straelen

SV Straelen: Paris – Päffgen, Baraza, Stevens – Brodersen (72. Cirillo), Fionouke (67. N‘Diaye), J. Munsters (72.Yamada), Miyamoto (60. Mata), Harouz – Vicario, Koruk.


Preußen Münster: Schulze Niehues – Bouchama, Osei Kwadwo (38. Oubeyapwa), Deters (55. Wegkamp), Wooten, Scherder, Teklab (69. Kok), Lorenz, Grote, Langlitz (80. Koulis), Hahn.

Tore: 0:1 Alexander Langlitz (57.), 0:2 Shaibou Oubeyapwa (86.).

Schiedsrichter: Tobias Esch.

Zuschauer: 630.

Das Trainerduo Kevin Wolze/Adli Lachheb hatte auf ein 3-5-2-Spielsystem umgestellt und einige personelle Veränderungen vorgenommen. Für Marco Cirillo, der zuletzt überzeugt hatte, spielte Leonel Brodersen auf der rechten Außenbahn. Dacain Dacruz Baraza rückte für Heni Ben Salah zurück in die Innenverteidigung. Und Toshiaki Miyamoto durfte von Beginn an ran. „Bei der Aufstellung haben wir uns an der Qualität des Gegner orientiert“, sagte Wolze, dem vor dem Spiel die Anspannung deutlich anzumerken war.

Der Plan funktionierte – die Abwehr stand stabil. Und jeder Spieler im gelben Trikot war konzentriert darauf bedacht, seine jeweilige Aufgabe zu erfüllen. Schon in der Anfangsphase hätte dem SV Straelen ein Strafstoß zugesprochen werden müssen, als Said Harouz sich von links in den Strafraum dribbelte und durch das ausgestellte Bein von Simon Scherder zu Fall kam. Die Pfeife von Regelhüter Tobias Esch blieb stumm.

Der Gastgeber spielte weiter frech auf. Manasse Fionouke hatte nach zehn Minuten den Führungstreffer auf dem Fuß. Seinen Schuss aus zwölf Metern parierte Münsters Keeper Maximilian Schulze Nie­hues, der Nachschuss von Harouz blieb in der Abwehr hängen. Im weiteren Spielverlauf fanden die Münsteraner besser in die Partie, ohne auf dem Rasen die erwartete Dominanz auszustrahlen. In der Halbzeitpause musste Münsters Trainer Sascha Hildmann deutliche Worte gefunden haben und veränderte das System der Gäste. Vor der Straelener Trainerbank herrschte zeitweilig Hochbetrieb, um das Team auf die neue Formation des Favoriten einzustellen. Immer wieder rief Wolze seinen Führungsspieler Harouz zu sich, der die Anweisungen an seine Kollegen weitergab.

Währenddessen bewies Hildmann mit der Einwechslung von Gerrit Wegkamp ein glückliches Händchen. Drei Minuten stand der frühere Bundesliga-Stürmer auf dem Platz, als er nach einem Eckstoß am zweiten Pfosten zum Kopfball ansetzte. Alexander Langlitz gab dem Ball die entscheidende Richtungsänderung zur 1:0-Führung (57.). Das Star-Ensemble aus Münster riss die Spielkontrolle an sich und wurde seiner Favoritenrolle gerecht. In dieser Drangphase erwies sich der 19-Jährige Julius Paris im Tor des SV Straelen einmal mehr als sicherer Rückhalt seiner Mannschaft.

Vier Minuten vor dem Abpfiff wurde die Partie endgültig entschieden. Mit einem einfachen Doppelpass hebelten die Münsteraner die gegnerische Defensive aus. Shaibou Oubeyapwa behielt den Überblick und schob den Ball ganz gelassen durch die Beine von Paris über die Linie.

„Wir haben bis zum 0:1 ein sehr gutes Spiel gemacht. Die Mannschaft wusste genau, was sie zu tun hat. Man darf nicht vergessen, dass wir gegen die stärkste Mannschaft der Liga gespielt und sie phasenweise richtig vor Probleme gestellt haben“, sagte Kevin Wolze. Am nächsten Samstag sitzt eventuell beim Spiel in Wuppertal der Nachfolger von Sunday Oliseh auf der Bank. Präsident Hermann Tecklenburg ist aus dem Urlaub zurückgekehrt und dürfte zeitnah eine Entscheidung treffen.

Quelle: RP (Heinz Spütz)
Foto: RP (Heinz Spütz)

Nächstes Spiel

08.10.2022

Regionalliga West

FC Bocholt

VS

14:00 UHR

SV Straelen

TAGE

STUNDEN

MINUTEN

SEKUNDEN

TABELLE

Platz

Club

Spiele

Punkte

1

SC Preußen Münster

9

22

2

SV Rödinghausen

10

21

3

1. FC Kaan-Marienborn (AUF)

10

17

4

Schalke 04 II

9

16

5

1. FC Köln II

10

16

6

1. FC Düren (AUF)

10

16

7

Alemannia Aachen

10

15

8

RW Oberhausen

10

15

9

SV LIppstadt

10

15

10

Borussia Mönchengladbach II

10

14

11

Wuppertaler SV

10

13

12

Fortuna Düsseldorf II

10

13

13

Fortuna Köln

9

12

14

SC Wiedenbrück

10

11

15

RW Ahlen

10

11

16

FC Bocholt (AUF)

9

9

17

SV Straelen

10

6

18

SG Wattenscheid (AUF)

10

5