Ein Tag für die Ewigkeit

//Ein Tag für die Ewigkeit
Der SV Straelen steigt durch ein triumphales 8:0 gegen den VfR Fischeln in die Regionalliga aufOberligist SV Straelen feierte am Sonntagnachmittag mit einem 8:0 (3:0)-Sieg gegen den VfR Fischeln den Aufstieg in die Regionalliga. Rund 1000 Zuschauer verfolgten bei besten äußeren Bedingungen den historischen Moment.

Es ist vollbracht. Der Oberligist SV Straelen verteidigte mit einem souverän herausgespielten und in der Höhe verdienten 8:0 (3:0)-Heimerfolg gegen den bereits abgestiegenen VfR Fischeln die vor einer Woche zurückgewonnene Tabellenführung und steigt zum ersten Mal in der fast 100-jährigen Vereinsgeschichte in die Regionalliga auf. Die SpVg. Schonnebeck, die dem SV Straelen einen erbitterten Kampf um den einzigen zur Verfügung stehenden Aufstiegsplatz geliefert hatte, nutzte der eigene 3:0 (1:0)-Heimsieg gegen die Sportfreunde Baumberg nichts mehr.

Augenzeuge der Begegnung in Schonnebeck war SVS-Präsident Hermann Tecklenburg. „In erster Linie deshalb, weil ich mir auf beiden Seiten jeweils einen Spieler ansehen wollte, die auch für Straelen interessant sind. Doch als Martina mir vom dritten Tor der Straelener berichtete, habe ich mich ins Auto gesetzt, um noch rechtzeitig an der Römerstraße den Schlusspfiff zu erleben.“ Der 70-Jährige konnte nach eigener Aussage vor lauter Anspannung in der vergangenen Woche kaum eine Nacht durchschlafen. „Gegen fünf Uhr bin ich jedes Mal wach geworden und dann gingen mir die Bilder der Leverkusener Niederlage in Unterhaching durch den Kopf, wo Bayer am letzten Spieltag den Titel noch verspielt hat. Eine ähnliche Blamage wollte ich mit Straelen nicht erleben.“

Alle Sorgen, die der Vereinschef mit sich herumtrug, sollten sich als unbegründet erweisen. Entspannt saß er nach Spielschluss vor dem Vereinsheim in der Sonne und strahlte mit dem neben ihm sitzenden Ehrenvorsitzenden Hans Dietze um die Wette. Ein paar Meter davon entfernt ließ sich Straelens Bürgermeister Hans-Josef Linßen, der das Spiel gegen Fischeln auf der Tribüne verfolgt hatte, das Siegerbier schmecken. „Der Aufstieg in die Regionalliga ist für die Stadt super“, sagte Linßen, der stellvertretend für Rat und Verwaltung der Mannschaft, dem Vorstand und dem Verein gratulierte. Der Bürgermeister betonte, dass es zwischen der Verwaltung und dem Verein keine Differenzen gäbe. „Wir werden gemeinsam dafür sorgen, die Voraussetzungen zu schaffen, dass wir in der nächsten Saison an der Römerstraße Regionalliga-Spiele sehen können.“

250 Liter Freibier hatte der Verein für seine Anhänger geordert. Eine willkommene Köstlichkeit bei den warmen Temperaturen, wie sie rund um die Römerstraße herrschten. „Ein Wahnsinnstag“, war eine der häufigsten Aussagen, die man während der Meisterfeier hörte. Ein eigens für diesen Anlass engagierter DJ lieferte dazu bis spät in den Abend Partymusik. Mittendrin in kleinen Pulks die Straelener Spieler und Verantwortlichen, die ihre Trikots nach Spielschluss gegen vorbereitete gelbe T-Shirts eingetauscht hatten. Die Rückenpartie hatten sie mit dem Spruch versehen: „22 Spieler jagen 90 Minuten einem Ball hinterher – und am Ende gewinnt der SV Straelen.“

Am Sonntag beim Saisonfinale waren die Straelener Fußballer für genau neun Minuten aus dem Rennen. Schonnebeck ging durch Marc Enger in der elften Minute in Führung. Der SVS brauchte etwas länger, ehe Goalgetter René Jansen nach einem wunderbaren Spielzug über Kevin Weggen, Yodan Kim und Aram Abdelkarim aus dem Zentrum des Sechszehners den Straelener Torreigen eröffnete. Zum ersten Mal an diesem Nachmittag hatte die sehr gut in der Ordnung stehende Heimmannschaft die grüne Wand der Krefelder geknackt und wieder Platz eins übernommen. Die stark ersatzgeschwächten Gäste stichelten mit dem einen oder anderen Gegenzug gegen die Straelener, deren Abwehr um ihren Chef Sander Lenders sich davon aber nicht beeindrucken ließ.

Straelen blieb dominant und geduldig. Das Tor von Thorsten Lippold aus der 34. Minute wurde wegen Abseitsstellung des Schützen die Anerkennung versagt. Kein Problem für den SV Straelen. Sechs Minuten später hatte der Schiedsrichter Robin Braun, der in der ersten Halbzeit kurz mal behandelt werden musste, nichts mehr auszusetzen. Abdelkarim verwandelte einen an Lippoldt verursachten Foulelfmeter sicher zum 2:0. In der dritten Minute der Nachspielzeit von Hälfte eins sorgte Weggen für das 3:0. Straelens Kapitän zirkelte einen Freistoß von der linken Seite direkt in den Krefelder Kasten.

Der zweite Durchgang wurde aus Sicht der Straelener zu einem locker flockigen Torfestival in Grün und Gelb. Lippold erhöhte in der 52. Spielminute auf 4:0, ehe Ahmad Jafari mit seiner Spielintelligenz und fußballerischen Klasse in den Fokus rückte. Der in der Winterpause verpflichtete Iraner baute das Ergebnis innerhalb von nur neun Minuten um vier Tore zum auch in dieser Höhe verdienten 8:0-Endstand aus, darunter war ein an Jansen verübter Foulelfmeter. Die letzten beiden Treffer durfte dann auch Marian Gbur, der seit der C-Jugend beim SV Straelen das Tor gehütet hatte und zuletzt verletzt ausfiel, auf dem Spielfeld erleben. Es war ein Gänsehautmoment, als Gbur sieben Minuten vor Schluss eingewechselt wurde und die Kapitänsbinde von Weggen übernahm.

Wenig später stand der großen Sause nichts mehr im Wege. Ausgelassen feierten die Straelener Spieler und Verantwortlichen auf dem Rasen den historischen Moment. „Ich bin wahnsinnig glücklich. Meine Mannschaft, die ich zehn Spiele lang coachen durfte, hat eine Riesensaison gespielt“, sagte SVS-Trainer Marcus John, der einige Bierduschen über sich ergehen lassen musste. Co-Trainer Khaled Daftari zollte seiner Mannschaft großen Respekt. „Die Spieler, die sich während der Saison einige Male auf neue, ganz unterschiedliche Trainer einstellen mussten, sind damit sehr gut umgegangen. Das war insgesamt eine Riesensaison. Es war auch nicht selbstverständlich, wie unser ohnehin kleiner Kader mit den Verletzungen wichtiger Spieler fertig geworden ist. Lippis (Thorsten Lippold, d. Red.) Nachverpflichtung war natürlich ein Glücksgriff.“

Und im Hintergrund wurden die unermüdlich anfeuernden Straelener Nachwuchskicker nicht müde, den nächsten ebenso banalen wie richtigen Spruch zu skandieren: „Vierte Liga – wir sind dabei!“

Eine Vorstellung, an die man sich erst gewöhnen muss.

Quelle: RP

By | 2018-06-04T08:26:46+00:00 Juni 4th, 2018|Allgemein|0 Comments

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