Ein Vereinschronist kennt keine Pausen

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Seit 30 Jahren stellt Herbert Lampey akribisch und unermüdlich

Jahreschroniken für die Fußballteams des SV Straelen zusammen.

Herbert Lampey kennt in Straelen wirklich jeder. Das Urgestein des SV Straelen ist schließlich ein Multi-Talent. Jeden Tag wuselt der 85-Jährige auf den Plätzen und in den Vereinsräumen an der Römerstraße herum. Aber Lampey ist nicht nur Organisator, Trainer und Mädchen für alles, sondern auch Vereinschronist. Letzteres macht er nun schon seit 30 Jahren.

In der vergangenen Woche hat Lampey mal wieder seine berühmten Sammelbände zusammengestellt, in denen alle Presseberichte, die im Jahr 2015 über die Fußballteams des SV Straelen erschienen sind, enthalten sind. „Vor 30 Jahren habe ich ganz klein angefangen. Erst habe ich nur einen Ordner über die Jugendmannschaften zusammengestellt. Mit der Zeit ist es immer mehr geworden“, sagt er und geht ins Detail. „Jeden Morgen schlage ich die Zeitung auf und schaue, ob etwas über den SV Straelen drin ist. Die Artikel schneide ich aus und klebe sie auf ein Blatt Papier. Gegen Ende des Jahres ziehe ich dann Kopien und hefte alles ab.“ Dafür braucht der Straelener Ruhe.

Um den Überblick nicht zu verlieren, stellt er mehrere Tischreihen im Clubhaus auf und sortiert die Berichte nach Mannschaft und Monat. „Oft schließe ich mich ein. Wenn man nicht konzentriert ist, kommt man schnell durcheinander“, erklärt er. Dabei absolviert der 85-Jährige viele Runden. „Ich weiß gar nicht, wie oft ich an den Tischen vorbeilaufe – bestimmt an die hundertmal.“ Bereits vor Weihnachten hatte Lampey alles hergerichtet, um dann peu á peu seine Chronistenarbeit zu verrichten. Anstatt aber wenigstens an den Weihnachtstagen die Füße hochzulegen, hielt es der Straelener nicht mehr aus und war schon am 26. Dezember wieder aktiv. „Rumgammeln ist ja auch mal schön, aber irgendwann reicht es dann ja auch“, sagt er.

Arbeit gab es schließlich genug. Denn im vergangenen Jahr haben die Fußballteams für eine Menge Schlagzeilen gesorgt. Die erste Mannschaft konnte erst auf der Zielgeraden den Klassenerhalt in der Landesliga feiern, die zweite Mannschaft hingegen musste den bitteren Gang in die Kreisliga A antreten.

Auch bei den Jugendmannschaften war einiges los. Positiv aus Straelener Sicht war der Verbleib der C-Junioren in der Niederrheinliga. All das lässt sich in Lampeys Chronik nachlesen. Jede Fußballmannschaft erhält mehrere Exemplare, um das Geschehene noch einmal Revue passieren zu lassen.

Aber ein Herbert Lampey wäre kein Multi-Talent, wenn er nicht auch optisch für den gewissen Pfiff sorgen würde. Das Titelblatt ist passend in Grün-Gelb gehalten, ein Vorwort des Vereinsvorsitzenden Hermann Tecklenburg folgt auf der nächsten Seite. „Ich versuche, den Inhalt auch immer ein bisschen aufzulockern. Hin und wieder schiebe ich eine Seite mit einem passenden Spruch zum Thema Fußball ein. Ich habe dafür sogar eine spezielle Sprüchesammlung angelegt“, erklärt Lampey. Zusätzlich sorgt ein schön anzusehendes Aquarellbild für etwas Auflockerung.

Auf die Frage, ob er denn selbst einen bestimmten Höhepunkt im Jahr 2015 miterlebt hat, antwortet der Straelener schnell. „Eigentlich nicht, aber ich war heilfroh, dass die erste Mannschaft nicht abgestiegen ist. Das wäre nämlich eine Katastrophe gewesen.“

Die Resonanz auf seine akribische und leidenschaftliche Chronistentätigkeit ist durchweg positiv. „Im Grunde genommen ist eine solche Chronik ja auch eine schöne Sache. Man kann immer wieder mal reinschauen und sich an bestimmte Ereignisse erinnern“, sagt er.

Auch in diesen Tagen wird Herbert Lampey morgens wieder die Zeitung aufschlagen und Berichte über seinen SV Straelen sammeln, denn am Wochenende steht die große Hallenfußball-Kreismeisterschaft in Geldern an. Der SV Straelen ist Titelverteidiger und wird wohl alles daran setzen, um erneut als Sieger vom Feld gehen zu können.

Falls dies gelingt, hätte der Verein mal wieder eine Schlagzeile und Herbert Lampey eine neue Seite für seine Chronik 2016.

Quelle: RP

By |2016-01-07T11:05:56+00:00Januar 7th, 2016|Nachwuchs, Senioren, Verein|0 Comments

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