Die Trainerin des Oberligisten SV Straelen strahlt einen Monat vor dem Saisonstart Zuversicht aus.

Straelen Präsident Hermann Tecklenburg hat bei der Jubiläums-Gala bereits die Rückkehr des SV Straelen in die Regionalliga in Aussicht gestellt. Inka Grings und ihre Mannschaft sollen es nach Möglichkeit schon in der kommenden Saison richten. Vor knapp zwei Wochen hat die „Mission Wiederaufstieg“ mit dem Start der Vorbereitungen begonnen. An der Trainerin soll’s nicht scheitern – Inka Grings ist wie immer hochmotiviert und kann den Saisonstart am 11. August kaum noch abwarten.

Der Präsident hat bereits gesprochen. Ist die Meisterschaft auch für Sie erklärtes Ziel?

Inka Grings Es ist überhaupt keine Frage, dass wir von Anfang an oben mitspielen und nach Möglichkeit auch ein Wörtchen um die Meisterschaft mitsprechen möchten. Dafür betreiben wir bereits jetzt täglich einen sehr hohen Aufwand. Da die Kaderplanung allerdings noch nicht abgeschlossen ist, nenne ich zum jetzigen Zeitpunkt keine konkrete Zielsetzung.

Erstmals starten Sie in ihrer Trainerlaufbahn mit einem Kader in eine neue Saison, den Sie zu einem großen Teil zusammengestellt haben. Erleichtert das die Arbeit?

Grings Das ist in jedem Fall so. Ich kann jetzt schon sagen, dass die neuen Spieler, die wir bislang verpflichtet haben, mit Begeisterung bei der Sache sind. Da lässt sich schon in der Vorbereitung erkennen, dass wir an den Neuzugängen noch viel Freude haben werden.

Sie verlangen den Spielern einiges ab. Aktuell sind wöchentlich bis zu neun Trainingseinheiten vorgesehen – regelmäßig auch vormittags. Gab’s nicht auch schon Beschwerden vom kickenden Personal?

Grings Ganz und gar nicht. Schließlich wissen auch die Spieler, dass wir unser großes Ziel nur erreichen können, wenn wir von Anfang an hart dafür arbeiten. Für mich ist das Programm eigentlich selbstverständlich, da ich aus dem Leistungsbereich komme. Für Oberliga-Verhältnisse mag das etwas ungewöhnlich sein. Aber im Liga-Alltag werden wir davon profitieren. Selbst bei den Vormittags-Einheiten sind regelmäßig 12, 13 Spieler dabei. Da gibt’s dann natürlich auch die Möglichkeit der individuellen Förderung.

Die geplante Verpflichtung von Marvin Ellmann steht momentan auf der Kippe, da dieser offenbar seinen Vertrag beim Ligarivalen Schwarz-Weiß Essen erfüllen muss. Sehen Sie sich nach einem anderen Strafraum-Stürmer um?

Grings Ich beschäftige mich nicht mit der Personalie Marvin Ellmann. Seine Verpflichtung ist aktuell kein Thema. Wir benötigen noch mehrere Neuzugänge, um konkurrenzfähig zu sein. Bedarf herrscht beispielsweise auch in der Defensive. Im Augenblick besteht unser Kader aus 18 Feldspielern und zwei Torhütern. So können wir selbstverständlich nicht in die Saison starten.

Der Fußball-Verband Niederrhein hat am Montag den Spielplan für die kommende Oberliga-Saison veröffentlicht. Los geht’s am 11. August mit einem Heimspiel gegen Rückkehrer Cronenberger SC, anschließend folgen in der englischen Woche die Partien gegen den TSV Meerbusch und TuRU Düsseldorf. Ihre Meinung zum Startprogramm?

Grings Zunächst einmal freue ich mich, dass wir mit einem Heimspiel starten. Das ist immer etwas Besonderes. Ansonsten gehe ich da ganz entspannt ran. Schließlich ist an den ersten drei Spieltagen noch kein Verein auf- oder abgestiegen.

Die Konkurrenz schläft ebenfalls nicht und hat zum Teil kräftig aufgerüstet. Welche Mannschaften betrachten Sie als stärkste Konkurrenten des SV Straelen im Kampf um die Meisterschaft?

Grings Der 1. FC Bocholt zählt in jedem Jahr zum Kreis der üblichen Verdächtigen. Ich habe beispielsweise auch die Sportfreunde Baumberg und den 1. FC Monheim auf dem Zettel. Momentan spricht alles vom TVD Velbert – da lasse ich mich einfach mal überraschen. Generell fahren wir gut damit, wenn wir in erster Linie auf uns achten. Und da haben wir im Umfeld Voraussetzungen geschaffen, die sich auf Regionalliga-Niveau bewegen. Ich nenne nur unseren neuen Kraftraum auf dem Stadiongelände.

Der SV Straelen startet diesmal als Favorit in die Saison. Entsprechend oft wird die Mannschaft auf stark defensiv eingestellte Gegner treffen. Ist das ein Problem?

Grings In meinen Augen überhaupt nicht. Es kommt letztlich nur darauf an, dass wir in jedem Spiel flexibel reagieren können und kreative Lösungen finden. Die entsprechenden Spieler dafür, die richtig gut mit dem Ball umgehen können, haben wir in unseren Reihen. Ich kann jetzt schon versprechen: Der SV Straelen hat nicht nur einen Plan A, sondern immer auch einen Plan B in der Tasche. Das erarbeiten wir uns im Training.

Der SV Straelen gehört zu den wenigen Vereinen im Gelderland, der auf Frauenfußball verzichtet. Können Sie nicht daran etwas ändern?

Grings Wenn die Nachfrage entsprechend groß sein sollte, spreche ich mal mit dem Präsidenten. Aber Spaß beiseite – in ländlichen Regionen macht es eher Sinn, wenn sich ein, zwei Vereine auf den Frauenfußball konzentrieren und ihn entsprechend fördern.

Quelle: RP