Hermanns Männer: Stephan Houben

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Der SV Straelen, Tabellenführer in der Landesliga , ist der Beweis dafür, dass sich Erfolg planen lässt. Der Trainer, Stephan Houben, wirft schonmal einen Blick auf die kommende Saison.
Bei uns sprechen vier der Macher über vergangene Zeiten in der Oberliga, die Tulpenrevolution von 2015 und den Einfluss von Hermann Tecklenburg – als Präsident und Geldgeber. Im Folgenden Teil vier unserer Serie.

Stephan Houben, Trainer seit 2016: „Ich bin jetzt seit 19 Jahren Trainer im Amateurfußball. Wenn ich als Gegner gegen den SV Straelen gespielt habe, war der Klub für mich immer ganz stark mit Hermann Tecklenburg verknüpft.

Als ich im vergangenen Jahr gespürt habe, dass es für mich beim 1. FC Mönchengladbach nicht mehr weiterging, kam sehr plötzlich die konkrete Anfrage aus Straelen. Es reichte dann ein Gespräch im Büro von Hermann Tecklenburg, um zuzusagen. Gesprächsdauer: unter einer Stunde. Wir waren uns schnell einig. Mein persönliches Ziel als Trainer ist es schließlich auch, schnellstmöglich in die Oberliga zurückzukehren.

Ich habe Hermann Tecklenburg als sehr zielstrebigen Unternehmer kennengelernt, der seinen Job und den Fußball sauber voneinander trennt. Wir haben mittlerweile einen sehr guten Weg gefunden, uns auszutauschen, diskutieren immer ein, zwei Tage nach den Spielen darüber. Seine Meinung ist mir sehr wichtig. Er funkt mir überhaupt nicht rein in meine Trainerarbeit, sondern ist einfach einer mehr in meinem Team, in dem es mit Horst Kuchartz sogar einen echten Fußballehrer gibt. Wir haben schon eine geballte Fußballkompetenz beim SV Straelen. Da lasse ich mich auch gerne mal eines Besseren belehren.

Sportlich war der SV zuletzt eine mittlere bis gute Landesliga-Mannschaft. Ich hatte aber das Gefühl, dass da tabellarisch noch mehr drin war. Als ich mit meinem Co-Trainer Khaled Daftari hier angefangen habe, haben wir schnell herausgefunden, dass sich die Spieler in einer Komfortzone bewegten. Letztlich geht es immer um Kleinigkeiten. Wir haben erst einmal klare Ziele definiert und die Identifikation mit dem Verein verbessert. Nach den Heimspielen gibt es wieder ein gemeinsames Essen. Und in unserem großen Funktionsteam weiß jetzt auch jeder, was er zu tun hat.

Wir nutzen die geographische Lage. Es ist ja schon eine ziemliche Fahrerei übers Land, um hierhin zu gelangen. Ich frage mich auch schon mal, ob ein Spiel in Kleve, was 70 Kilometer entfernt liegt, überhaupt noch ein Derby sein kann. Es ist halt so: Wenn man in Straelen einmal Gas gibt und nicht bremst, dann ist man praktisch schon in Holland. Die Folge: Bei uns stehen aktuell vier niederländische Spieler im Kader. Das sind alles Teamplayer, die zudem für gute Stimmung sorgen. Unser Torjäger Randy Grens gehört dazu. Er hat mir gerade zugesagt zu bleiben – jedenfalls für den Fall, dass wir aufsteigen.

Ich glaube, dass man Erfolg auf diesem Level tatsächlich ein Stück weit planen kann. Was man berücksichtigen muss: Alle haben einen Job, genauso das Trainerteam. Was man nicht beeinflussen kann: Wir haben junge Familienväter, wir haben Spieler mit Freundinnen, die in den Urlaub fahren wollen, und wir haben längerfristige Verletzungen, weil wir diese nicht wie bei Profis behandeln lassen können. Und: Es gibt manchmal auch in der Landesliga Auswärtsspiele auf Aschenplätzen.

Ich selbst bin eigentlich jeden Tag drei, vier Stunden mit Fußball beschäftigt. Der Sprung von der Landesliga in die Oberliga wäre für die Mannschaft ein gravierender Unterschied. Wichtig scheint es mir, dass wir uns dann verstärkt um die Athletik kümmern und uns ansonsten noch akribischer vorbereiten.

Wir müssen den Spagat schaffen zwischen oberligatauglichen Spielern und dem eigenen Nachwuchs. Wir haben zehn Spieler, die aus der eigenen Jugend stammen, in unserer Kaderplanung für 2017/18 stehen, darunter vier aktuelle U19-Spieler. Es ist aber auch klar: Straelen wird nie genug Einwohner haben, um 20 gestandene Oberliga-Spieler hervorzubringen.

Wir müssen über den Fleiß kommen, dazu gehört unsere aufwändige Videoanalyse. Wir schauen jede Woche sehr intensiv bewegte Bilder. Einer der Betreuer filmt jedes Spiel mit der FuPa-Cam. Ich verbringe dann meine freien Abende damit, die Aufnahmen zu sichten und die wichtigsten Szenen rauszuschneiden. Wir haben jetzt auch einen eigenen Raum für Mannschaftssitzungen – mit Laptop, Beamer und Leinwand. In der Landesliga ist das noch etwas Besonderes, in der Oberliga ganz normal.

Khaled Daftari ist übrigens schon im zwölften Jahr mein Co-Trainer, außerdem ist er mein Trauzeuge und Arbeitskollege. Hermann Tecklenburg hat im Sommer meinem Wunsch entsprochen, weiter mit ihm arbeiten zu können. Außerdem habe ich einen zweiten Co-Trainer: Stefan Post, der ein echtes Urgestein ist in Straelen. Ich kenne niemanden, der so viel über Amateurfußball in der Region weiß wie er.“

By |2017-04-26T09:41:16+00:00April 26th, 2017|Allgemein, Senioren, Verein|0 Comments

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