Oberliga-Klassenprimus Straelen erwartet am Sonntag (15 Uhr) den Aufsteiger des TVD Velbert an der Römerstraße. SVS-Trainerin Inka Grings muss für längere Zeit auf Mittelfeldspieler Aram Abdelkarim verzichten.

Deutlich und mit 5:2-Toren gewann am vergangenen Sonntag der Spitzenreiter des SV Straelen beim abstiegsbedrohten SC Union Nettetal. Auf Grund der Tabellenkonstellation ein auch in dieser Höhe erwartbarer Sieg – sollte man meinen. Vereinspräsident Hermann Tecklenburg sprach angesichts des schlussendlich deutlichen Resultates nicht davon, dass seine Mannschaft noch mit einem blauen Auge davongekommen sei. Und dennoch: Auch Tecklenburg waren die grausigen sechzig Minuten der Mannschaft von Trainerin Inka Grings und ein zwischenzeitlicher 0:2-Rückstand nicht entgangen.

Man darf gespannt sein, ob Grings, der die Vorstellung ihrer Kicker über weite Strecken überhaupt nicht geschmeckt hatte, beim Spiel gegen Turnverein Dalbecksbaum Velbert 1870 reagieren und die eine oder andere taktische und personelle Umstellung vornehmen wird. „Die Spieler wissen doch alle selber, dass sie nicht gut gespielt haben“, sagt Übungsleiterin Grings im Gespräch mit unserer Redaktion. Weiter führt sie aus: „Wir haben gemeinsam eine Videoanalyse gemacht und sie haben ihre Fehler gesehen. Aber ich habe auch gute Sachen wahrgenommen, wenn ich an die letzten dreißig Minuten denke.“ Deshalb erwartet die Trainerin von ihrer Mannschaft, dass sie nicht nur am Sonntag, sondern über einen längeren Zeitraum dominanter auftritt. Daran würde sie arbeiten. „Ich erwartete eine starke, ambitionierte Mannschaft mit viel Qualität und freue mich auf ein gutes und offenes Fußballspiel“, legt Grings dar.

Der TVD Velbert mit Übungsleiter Hüzeyfe Dogan, dessen Tross am Sonntag an die Römerstraße reist, hat zu Saisonbeginn den Kader mit einigen jungen, vor allem aber mit erfahrenen und für Oberliga-Ansprüche prominente Spieler wie Dennis Malura, Patrick Ellguth und Björn Kluft verstärkt. Die beiden Letztgenannten dürften den eingefleischten Fußballfans aus der Regionalligazeit beim SV Straelen noch in bester Erinnerung sein. Die Traditionsmannschaft aus dem Stadtteil Dalbecksbaum, von vielen Experten zum erweiterten Kreis der Favoriten eingestuft, belegt als Aufsteiger momentan den ersten Nichtabstiegsplatz.

Bei zwölf Spielen reichte es bisher nur zu vier Siegen und zwei Unentschieden. Auffällig ist dabei das außergewöhnliches Torverhältnis aus allen Begegungen: Erst dreizehn geschossene bei nur vierzehn kassierten Toren. Ihre beste Phase hatten die „Bäumer Jungs“ am Anfang der Saison, als sie drei ihrer vier Siege holen konnten. „Es ist natürlich ein Prozess, bis alle Neuzugänge integriert sind. Wir haben gut mitgespielt, aber in den entscheidenden Momenten fehlte uns ganz einfach die Kompaktheit. Trotz allem fahren wir nicht chancenlos nach Straelen“, meinte der Gästetrainer und fügte an, mit seiner Elf nicht hinter den eigenen Ansprüchen zu liegen.

„Das kam von außen herein, unser Anspruch ist ein anderer“, kommentierte Trainer Dogan nüchtern eine etwaige Unruhe. SVS-Stürmer Aram Abdelkarim, der sich in Nettetal verletzt hatte, wird mehrere Wochen ausfallen. Die für den SV Straelen bittere Diagnose lautet: Riss des Fußwurzelbandes. Auf Velberter Seite ist der Einsatz von Innenverteidiger Mohammad Sealiti, der in der Begegnung bei der Spielvereinigung Schonnebeck in Essen bereits verletzt pausieren musste, fraglich.

Quelle: RP