Schon früh macht die Elf von Inka Grings alles klar +++ Der Schongang reicht für die Rot-Blauen

„Die Nummer eins, die Nummer eins im Kreis sind wir“ – der Stolz des Straelener Anhangs kannte nach dem Schlusspfiff des Lokalderbys gegen den 1. FC Kleve keine Grenzen. Gesanglich verliehen sie diesem Gefühl Nachdruck, auch schon während der Partie machten sie sich immer wieder mit Sprechchören bemerkbar. Dazu hatten sie auch allen Grund: Schon früh hatte der Klassenprimus SVS mit drei Treffen im ersten Durchgang den Sieg perfekt gemacht, nachhaltig gefährlich wurden die Rot-Blauen zu keinem Zeitpunkt.

Und sogar die Klever Fans, die eigens mit einem Fanbus an die Römerstraße gereist waren, gaben über 90 Minuten hinweg ein eher zahmes Bild ab. „Ich würde nicht sagen, dass das ein verdienter Straelener Sieg war. Wenn wir früh für die Führung gesorgt hätten, kann der Spielverlauf ganz anders aussehen“, sagt FC-Trainer Umut Akpinar. Seine Kollegin Inka Grings erklärte: „Im Gesamtpaket war das ein verdienter Sieg. Wir wollten von Anfang an Druck aufbauen. Das ist uns ab der ersten Minute sehr gut gelungen.“ Grings wurde am Samstagabend nicht nur in die Hall of Fame des DFB aufgenommen. Sie brillierte auch im „Aktuellen Sportstudio“ des ZDF. Beim obligatorischen Torwandschießen traf sie fünf von sechs Mal – Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein sprach von einer „historischen Leistung“. „Das war für mich wohl ein perfektes Wochenende“, sagt Grings.

Zum Spiel: Das Bresserberg-Aufgebot startete gut in die Begegnung. Nach fünf Minuten steckte Levon Kürkciyan, der in vorderster Front erneut den verletzten Andre Trienenjost vertrat, auf Pascal Hühner durch. Der 29-Jährige lief auf SVS-Torwart Daniel Szczepankiewicz zu und schoss diesen freistehend an. In der Folge aber übernahm der Oberliga-Spitzenreiter aus der Blumenstadt zunehmend das Kommando. Wenig später schon stellten die Kicker von Trainerin Inka Grings auf 1:0. Faslum Zaskoku war über die rechte Spielhälfte marschiert und flankte in den Klever Strafraum. Dort nahm Meguru Odagaki den Ball sehenswert mit der Brust an und ließ Kleves Torwart Ahmet Taner per Volley keine Chance. Bei Umut Akpinar sorgte der Treffer für Irritation: „Wir müssen genau darauf schauen, wie diese Tore herausgespielt wurden. Die macht jeder rein. Es kann nicht sein, dass einer in unserem Fünfer freistehend schießen kann, das geht so einfach nicht.“ Auch der Straelener Anhang war aufgewacht und rief den Klever Fans im Gästeblock entgegen: „Wer nicht hüpft, der ist ein Klever“. Die Reaktion? Hüpfend reagierten die Rot-Blauen wenig überraschend nicht, einige rangen sich höchstens ein vielsagendes Kopfschütteln ab.

Doch es wurde noch bitterer für den Anhang aus der Kreisstadt: Nach 18 Zeigerumdrehungen schien die Klever Abwehr wieder völlig überrascht von den Straelener Angriffsbemühungen. Außenverteidiger Nils Hermsen gewährte seinem Straelener Kollegen Ole Pfäffgen reichlich Platz zum Flanken, Shun Terada marschierte in den Strafraum und traf – erneut aus kürzester Distanz – zur 2:0-Führung. „Wir haben schöne, richtig gut herausgespielte Tore gesehen“, sagt Inka Grings. Recht hat sie, nur zur Wahrheit gehört eben auch: Der FC offenbarte im Defensivverbund drei Mal eklatante Mängel, die der SVS eiskalt ausnutzte. So nämlich auch in der 37. Minute: Fabio-Daniel Simoes Ribeiro schickte Kaito Mizuta steil in den Strafraum, der Japaner umkurvte Taner und schoss zum 3:0-Halbzeitergebnis ein. Erneut schauten die Klever Verteidiger nur zu. Der Höhepunkt auf Klever Seite ereignete sich erst zur Pause: Ein besonderes pfiffiger Klever Anhänger hatte sich die Straelener Eckfahne unter den Arm geklemmt und war mit wild wedelndem FC-Schal auf den Gästeblock zugelaufen. Die Ordner an der Römerstraße aber beendeten den Auftritt jäh, vielmehr als Hohn und Spott schlug dem FC-Edelfan nicht entgegen.

Ein Blick auf den zweiten Durchgang: Die Straelener schalteten gleich mehrere Gänge zurück, der FC kickte zunehmend auf Augenhöhe. Odagaki (65.) schoss aus dem Rückraum zentral auf Ahmet Taner. Der Klever Rückhalt brachte einige Augenblicke später gerade noch seine Hände an den Ball, nachdem Aram Abdelkarim einen Eckstoß mit viel Effet aufs Tor gezirkelt hatte. Die Offensivabteilung der Gastgeber wurde zunehmend fahrig, stattdessen spielten sich die Rot-Blauen gute Chancen heraus. Für den Ehrentreffer der Gäste wusste Spielführer Fabio Forster zu sorgen. Er schoss von der Strafraumkante gezielt ins lange Eck. „Mit der Führung im Rücken standen wir deutlich ruhiger, manchmal zu ruhig, wie ich finde. Da wäre noch mehr möglich gewesen, wir hatten uns auch einiges vorgenommen im zweiten Durchgang“, sagt Trainerin Grings.

Quelle: Fupa