Der SV Straelen unterliegt dem abgeschlagenen Schlusslicht TV Herkenrath mit 0:1

Regionalliga: Der SV Straelen ist zurzeit völlig von der Rolle und muss sich ab sofort Sorgen um den Klassenverbleib machen. Am Mittwochabend gab’s mit dem 0:1 (0:0) beim TV Herkenrath den nächsten Rückschlag.

Von wegen Pflichtsieg. Die Talfahrt des Regionalligisten SV Straelen hatte am Mittwochabend selbst beim abgeschlagenen Tabellenletzten TV Herkenrath kein Ende. Auch nach der bitteren 0:1 (0:0)-Niederlage im Nachholspiel hat der Neuling als Tabellenzwölfter zwar ein Polster von sieben Punkten auf die Abstiegszone, das auf den ersten Blick komfortabel aussieht.

Doch in der aktuellen Form – der SV Straelen hat im neuen Jahr in fünf Meisterschaftsspielen erst zwei Punkte geholt und inzwischen drei Niederlagen am Stück kassiert – sind die Grün-Gelben plötzlich ein ganz heißer Abstiegskandidat. Die Gegner in den restlichen acht Spielen haben es fast ausnahmslos in sich. Und die dringend erforderliche Trendwende ist ganz einfach nicht in Sicht. In der ersten Halbzeit war der SV Straelen vor der Minuskulisse von gerade einmal 92 zahlenden Zuschauern, die sich in der riesigen Belkaw-Arena in Bergisch-Gladbach verliefen, zwar optisch überlegen. Doch die besseren Chancen gehörten dem Tabellenletzten aus Herkenrath, der sich keineswegs versteckte. Wann immer sich die Gelegenheit bot, griff der designierte Absteiger früh an und setzte unangenehme Nadelstiche.

So etwa in der 18. Minute, als Torhüter Keisuke Ishibashi, der wie schon gegen RW Essen den Vorzug vor David Buchholz erhalten hatte, mit einem seiner blitzschnellen Reflexe den drohenden Rückstand verhinderte. Vier Minuten später kamen die Gäste zu ihrem ersten nennenswerten Abschluss, als Rechtsaußen Björn Kluft am gegnerischen Torhüter Andreas Kath scheiterte. In der 29. Minute mussten die 20 mitgereisten Straelener Anhänger, darunter auch Präsident Hermann Tecklenburg, erst einmal kräftig durchatmen. Nach einem Distanzschuss war Ishibashi machtlos, doch der Ball prallte von der Latte zurück ins Spielfeld. 180 Sekunden später verfehlte Kevin Weggen auf der Gegenseite mit einem Kopfball knapp das Ziel – das war’s auch schon in Sachen Straelener Angriffsbemühungen. „Hier ist zwar noch eine Laufbahn dazwischen, doch die Verunsicherung unserer Mannschaft spürt man bis auf die Tribüne. Das ist bislang gar nichts. Wir müssen sogar froh sein, dass wir nicht hinten liegen“, meinte Straelens Vereinswirt Dieter Niersmans zur Pause.

Zu Beginn der zweiten Hälfte setzte Trainer Marcus John ein Zeichen und brachte zunächst den japanischen Dribbelkünstler Meguru Odagaki (für Innenverteidiger Babacar M’Bengue) und wenig später auch noch Oberliga-Torjäger Randy Grens (für Björn Kluft). Doch der TV Herkenrath, der bereits das Hinspiel mit 3:0 gewonnen und am Samstag einen Punkt aus Mönchengladbach entführt hatte, zeigte sich unbeeindruckt. Zwar brachte speziell die Hereinnahme von Grens etwas frischen Wind in die Aktionen der Gäste. Der Joker war nur wenige Minuten auf dem Spielfeld, als er um ein Haar den ersehnten Führungstreffer erzielt hätte – doch sein Schuss landete an der Latte. Der Niederländer besaß auch die nächste Straelener Chance. Diesmal entschärfte Herkenraths Keeper Kath einen platzierten Kopfball.

In der Schlussphase sollte der Straelener Albtraum tatsächlich wahr werden. Kai Schwertfeger, Neuzugang aus Uerdingen, leistete sich in der 80. Minute einen folgenschweren Stellungsfehler. Herkenraths Verteidiger Beqir Vatovci vollendete den Konter mit dem Tor des Abends. Herzlich willkommen im Abstiegskampf, SV Straelen.

Quelle: RP