Der Effekt des Trainerwechsels ist beim SV Straelen erstmal verpufft. Ein Kommentar.

Viel dicker hätte es für Inka Grings bei ihrem Einstand auf der Trainerbank des Regionalligisten SV Straelen nicht kommen können. Ihre Mannschaft blieb zum fünften Mal in Folge ohne Torerfolg und handelte sich eine verdiente, allerdings auch überflüssige Niederlage ein.

Der SV Straelen war ein gleichwertiger Gegner, bis sich Neuzugang Kai Schwertfeger die Gelb-Rote Karte einhandelte. Wegen Aktionen, die einem erfahrenen Ex-Profi einfach nicht passieren dürfen. Es spricht für die neue Sportchefin der Grün-Gelben, dass sie solche Fehler nur intern bespricht und sich in der Öffentlichkeit (Pressekonferenz) schützend vor ihre Mannschaft stellt.

Und zu allem Überfluss wird auch noch die Konkurrenz im Abstiegskampf wach. Verfolger SG Wattenscheid 09 feierte nach einem 0:1-Rückstand einen ungefährdeten 3:1-Erfolg gegen den Vorletzten FC Kaan-Marienborn – der Straelener Vorsprung auf Platz 15, der höchstwahrscheinlich den Abstieg bedeutet, beträgt nur noch zwei Punkte. Und der Drittletzte SC Wiedenbrück ist nach dem überraschenden 1:0-Derbysieg gegen den SV Rödinghausen plötzlich auch wieder im Rennen.

Folgerichtig steht Inka Grings und ihren Schützlingen noch ein langer Weg bis zum Klassenerhalt ins Haus. Es droht folgendes Horror-szenario: Der SV Straelen stand in der laufenden Saison erst einmal auf einem Abstiegsplatz. Direkt am ersten Spieltag nach einer 0:2-Niederlage beim Titelaspiranten Rot-Weiß Oberhausen. Der Kreis könnte sich am letzten Spieltag wieder schließen – nach einer Niederlage in der Wattenscheider Lohrheide.

So weit muss es nicht kommen. Deutschlands ehemalige Rekord-Torjägerin kann zwar die Straelener Sturmmisere nicht beheben. Sie hat nun einmal einen Kader vorgefunden, der in der Offensive keinen Regionalliga-Ansprüchen genügt. Aber Inka Grings bringt die richtige Mischung aus Erfahrung, Sachverstand und Selbstvertrauen mit. Und vor allem scheut sie nicht vor Maßnahmen zurück, die auf den ersten Blick unpopulär erscheinen, aber bei näherem Hinsehen zwingend notwendig sind.

Quelle: RP