Marcus John stellt sich die Systemfrage

//Marcus John stellt sich die Systemfrage

Der SV Straelen empfängt am Mittwochabend um 18 Uhr den Bayern-München-Herausforderer SV Rödinghausen. Der Neuling hat aus dem 1:4 gegen Wuppertal gelernt und setzt auf eine verstärkte Abwehr.

Im Grunde genommen liegt der SV Straelen nach vier absolvierten Spielen in der Regionalliga voll im Soll. Niederlagen gegen die Mannschaften der großen Traditionsclubs RW Oberhausen und Wuppertaler SV sind für den kleinen Verein vom Niederrhein völlig normal – auch in Zukunft gibt’s wahrscheinlich gegen Rot-Weiß Essen oder Alemannia Aachen nichts zu holen.

Auf der Habenseite stehen dagegen ein 1:0-Heimerfolg gegen den SC Wiedenbrück und ein respektables 1:1 bei der U 23-Auswahl des Bundesligisten Fortuna Düsseldorf.

Und dennoch – die Verantwortlichen der Grün-Gelben sind ehrgeizig genug, um nach einem 1:4 im Stadion am Zoo nicht einfach so zur Tagesordnung überzugehen. Zumal Präsident Hermann Tecklenburg das Frühstücksei nicht schmeckt, wenn er morgens beim Blick auf die Tabelle „seinen“ SV Straelen auf einem Abstiegsplatz entdeckt.

„Wenn man so deutlich verliert, hat man auch was falsch gemacht. Deshalb werde ich wohl auch die eine oder andere Änderung vornehmen. Da bin ich gerade noch in der Überlegungsphase“, sagt Trainer Marcus John vor dem heutigen Auftritt gegen den SV Rödinghausen. Er lässt sich verständlicherweise nicht allzu sehr in die Karten schauen. Aber wahrscheinlich erinnert sich der Aufsteiger wieder daran, dass Fußball in erster Linie ein Ergebnissport ist.

Soll heißen: Der SV Straelen, der sich bislang nie versteckt und durchweg spielerische Lösungen gesucht hat, könnte ausnahmsweise einmal die rustikalere Gangart wählen und Beton anrühren. Hauptsache, unter dem Strich springt etwas Zählbares dabei heraus. Zumal der heutige Gegner zum engsten Kreis der Titelanwärter zählt.

Der SV Rödinghausen hat die ersten vier Spiele ungeschlagen überstanden und ganz nebenbei in der ersten Runde um den DFB-Pokal den Zweitligisten Dynamo Dresden mit 3:2 nach Verlängerung aus dem Rennen geworfen. Der verdiente Lohn ist bekannt: Am Sonntag gab’s für Runde zwei das Traumlos FC Bayern München.

Die Erfolgsgeschichte des Dorfvereins aus Ostwestfalen – Rödinghausen liegt knapp 30 Kilometer von Bielefeld entfernt – ist untrennbar mit dem Unternehmen „Küchen Häcker“ verbunden. Dessen damaliger Seniorchef Horst Finkemeier stieg 2009 als Sponsor beim Sportverein ein, weil sein Enkel dort kickte. Es folgten fünf (!) Aufstiege in Serie, bis der SV Rödinghausen schließlich 2014 in der Regionalliga landete. Jetzt soll der Weg sogar hinauf in die Dritte Liga führen.

Zu diesem Zweck haben die Verantwortlichen im Sommer eine interessante Trainerpersönlichkeit engagiert. Enrico Maaßen ist 34 Jahre jung, hat aber bereits Bemerkenswertes geleistet. Er führte einen Verein namens SV Drochtersen/Assel in die Regionalliga Nord und pflanzte seiner Mannschaft ein Defensiv-Gen ein. Die Abwehr ist bis heute kaum zu bezwingen. Das musste jüngst auch Bayern München feststellen, das sich in Drochtersen im DFB-Pokal zu einem 1:0 quälte.

Auch Maaßens neues Team hat die große Leidenschaft ihres Übungsleiters – das Toreverhindern – offenbar bereits verinnerlicht. Gerade einmal zwei Gegentore in 360 Minuten zeigen an, wie die „Mission Drittliga-Aufstieg“ gelingen soll. Dafür ist der Verein bereits professionell aufgestellt. Nach dem Auftritt an der Römerstraße geht’s für die Rödinghauser Mannschaft weiter nach Wegberg-Beeck, wo sie sich zwei Tage lang auf das Gastspiel am Samstag bei Alemannia Aachen vorbereitet.

Zurück zum SV Straelen: Der Neuling muss weiterhin auf die verletzten Spieler Ahmad Jafari und Meguru Odagaki verzichten. Im Sturmzentrum ist wie schon in Wuppertal Randy Grens eine Option für die Startelf. Alternativ könnte Johns Wahl auch auf Shun Terada fallen, zumal sich Neuzugang Björn Kluft auf der linken Außenbahn einfach wohler fühlt. Fraglich ist noch der Einsatz von Aram Abdelkarim, der in Wuppertal eine Blessur am Knöchel erlitten hat.

Gegen den Bayern-Herausforderer lässt Marcus John eine konkrete Zielsetzung außen vor. Nur so viel: „Wir wollen unseren Zuschauern eine gute Leistung bieten. Dann werden wir sehen, was dabei herausspringt.“

Quelle: RP

By |2018-08-29T09:43:52+00:00August 29th, 2018|Senioren|0 Comments

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