Der engagierte Funktionär und Stadionsprecher hat die Hälfte der Vereinsgeschichte mit viel Herzblut mitgestaltet.

Norbert Peters darf man auch mit 69 Lebensjahren noch getrost als „Hansdampf in allen Gassen“ bezeichnen. Der engagierte Funktionär ist seit Jahrzehnten maßgeblich an den Geschicken des SV Straelen beteiligt und zu einer festen Institution im Verein geworden. Zumindest seine Stimme kennt jeder Fußballfreund, der das Stadion an der Römerstraße besucht. Pünktlich 15 Minuten vor dem Anpfiff stellt er als Stadionsprecher die Mannschaften vor und moderiert möglichst 15 Minuten nach Abpfiff die Pressekonferenz im Clubhaus.

Den gebürtigen Wankumer zog es einst der Liebe wegen nach Straelen. 1972 heiratete er seine damalige Verlobte Roswitha. Bereits fünf Jahre vorher hatte er als 18-Jähriger den TV Wankum verlassen und sich dem SV Straelen angeschlossen. Sein Fußball-Talent fiel allerdings keinem besonders auf. Deshalb kam Norbert Peters über Einsätze in der zweiten Mannschaft nicht hinaus. Eine Erkrankung legte ihn sportlich für mehrere Jahre auf Eis. Peters wurde stolzer Vater zweier Söhne und arbeitete sich in seiner Firma zum Projektmanager im Maschinenbau hoch.

Der zweifache Großvater gehört zu der Kategorie Mensch, die man als „Kümmerer und Macher“ bezeichnen kann. 1984 wurde er als Beisitzer in den Vorstand des SV Straelen gewählt. Ab 1990 trug er 19 Jahre lang als Fußballobmann und parallel in den ersten sechs Jahren als stellvertretender Vorsitzender die Verantwortung. Aus beruflichen und privaten Gründen gönnte er sich anschließend eine Pause. Seit 2014 ist er im geschäftsführenden Vorstand für die Mitgliederverwaltung zuständig. Zuverlässigkeit und Gewissenhaftigkeit gehören zu seinen Charaktereigenschaften und zeichnen ihn seit jeher aus.

„Warum ich das alles mache? Das ist eine gute Frage“, die er nach kurzem Nachdenken beantwortet. „Es ist Herzblut, das ich für den Verein habe. Ich bin damals im Verein toll aufgenommen worden und habe die Verpflichtung gespürt, mich in irgendeiner Form revanchieren zu müssen. Der Verein hat mein Privatleben geprägt.“

Dabei schwelgt er in Erinnerungen und erzählt von Ausflügen und Feiern, von Kameradschaft und Zusammengehörigkeit und von schönen sportlichen Momenten. Dann entsinnt er sich an eine Begegnung mit Reiner „Calli“ Calmund Anfang der 90er Jahre. Die Reservemannschaft von Bayer Leverkusen war zu Gast in Straelen – der Manager, der damals schon einen hohen Bekanntheitsgrad genoss, war mitgereist. Nach dem Spiel hatte Peters dem Ehrengast einen grün-gelben Vereinsschal und den Hals gelegt. Der Rheinländer reagierte gewohnt launig: „Jung, ihr müsst mehr in Merchandising machen.“ Noch Jahre später hätte ihn „der Calli“ bei einer anderen Veranstaltung wiedererkannt und nett mit Vornamen begrüßt. „Er ist übrigens auch Trauzeuge von Martina Voss“, erzählt er.

Insgesamt habe er die Zeit als sportlicher Leiter zu einer Zeit genossen, als die erste Mannschaft in der Oberliga und die Reserve in der Landesliga spielte. Zwischenzeitlich mischten beide Mannschaften ein Jahr lang gemeinsam in der Niederrheinliga mit. „Mir war es als Obmann immer wichtig, nicht nur auf die erste Mannschaft zu schauen. Mir war unsere Vierte genauso wichtig wie die anderen drei“, betont Norbert Peters. Zu seinen persönlichen Sternstunden zählt er die Organisation des DFB-Pokal-Spiels gegen Fortuna Düsseldorf und die Partie gegen Rot-Weiß Essen im ARAG-Pokal. Unvergesslich sei vor etwa 20 Jahren die Siegesfeier der zweiten Mannschaft nach dem Aufstieg in die Landesliga gewesen. Dabei bedauert er, dass die Reserve das Niveau nicht halten konnte und seit Jahren in der Kreisliga A spielt.

Aber es gab in der langen Zeit unweigerlich auch traurige Momente. Dabei erwähnt er den Namen Ingo Brocker. „Ingo kam von Preußen Krefeld zu uns. Ein feiner Kerl. Dann hatte er einen tödlichen Arbeitsunfall. Das hat mich schwer getroffen“, so Peters. Im Rückblick sei seine schönste Zeit die bei den Alten Herren gewesen, für die er 13 Jahre lang am Ball war. „Da war noch so richtig das urtümliche Zusammengehörigkeitsgefühl vorhanden. Die Frauen kamen mit dazu. Es wurde gemeinsam das eine oder andere Bier und manchmal auch eines über den Durst getrunken“, erzählt er mit einem Lächeln und erzählt von kleineren Fahrradtouren und größeren Ausflügen, bei denen die Frauen immer mit dabei gewesen seien.

„Bei einer dieser Fahrten haben wir Winnie Schäfer, damals Trainer des Bundesligisten Karlsruher SC getroffen“, fällt ihm ein. „Wenig später konnten wir eine Jugendmannschaft nach Karlsruhe schicken, die dort ein Vorspiel im Wildparkstadion machen durfte.“ Aus der Kameradschaft seien richtige Freundschaften entstanden und Peters nennt beispielhaft die Namen von Peter Lüfkens, „Töwe“ Linßen, Karl Heinz Schwesig, Günter Veit und selbstverständlich Hermann Tecklenburg. In diesem Zusammenhang stellt er fest, dass leider immer mehr die Bindung zu den Spielern und Mannschaften verloren ginge, ohne damit sagen zu wollen, dass „früher alles besser war“.

Der Verein blickt in diesem Jahr auf eine 100-jährige Vereinsgeschichte zurück. Norbert Peters ist stolz darauf, die Hälfte der 100-jährigen Vereinsgeschichte erlebt und mitgestaltet zu haben. „Aber es ist nicht der einzige runde Geburtstag“, ergänzt er. „Ich freue mich, dass ich in diesem Jahr auch noch meinen 70. feiern darf.“

Quelle: Fupa