Perspektivisch möchte die Zweitvertretung  des SV Straelen aus der Fußball-Kreisliga A in die Bezirksliga aufsteigen.

Wohl keine andere Mannschaft in der Kreisliga A hat in der Hinrunde für so viel Gesprächsstoff gesorgt wie die Reservemannschaft des SV Straelen. Der Grund dafür ist einfach erklärt. Wenn immer möglich, konnte Trainer Friedel Baumann, der vor der Spielzeit die Mannschaft übernommen hatte, auf Akteure aus dem Regionalliga-Kader der ersten Mannschaft zurückgreifen.

Doch wer und wann die Reserve verstärkte entschied sich oftmals erst im Laufe der Woche vor einem Spieltag. So gab es eine Konstante in der Zusammensetzung der Mannschaft. Nämlich die, dass es keine Konstanz gab. Das brachte der Mannschaft schnell den Spitznamen „Wundertüte“ ein. Und es führte auch zu kuriosen Ergebnissen. Denn nicht immer gab es für den A-Ligisten Verstärkung von oben. So gab es bereits am dritten Spieltag eine deutliche 0:12-Heim-Klatsche gegen den SC Blau-Weiss Auwel-Holt. In anderen Spielen dagegen war es „die individuelle Klasse der Regionalliga-Spieler“, so zahlreiche gegnerische Trainer, die am Ende den Ausschlag gaben.

Dies alles ficht Friedel Baumann jedoch nicht an. „Ich habe mir angewöhnt, nur über die Dinge zu sprechen, die ich selbst beeinflussen kann“, so Baumann, der zunächst nur als Athletiktrainer der Regionalliga-Mannschaft in die Blumenstadt wechselte. „Als ich dann gefragt wurde ob ich als Trainer der Reserve aushelfen könnte, habe ich sofort zugesagt.“ Mit einem vergleichsweise kleinen Kader ging es dann in die Vorbereitung und in die Saison. In der Hinrunde konnten sich Baumann und sein Team dann auch immer wieder auf den spielenden Co-Trainer Marcel Peters verlassen. Der 36-jährige Stürmer, der von Bezirksligaaufsteiger SV Kevelaer nach Straelen wechselte, war bisher der Torgarant des Teams. Mit bisher 16 Toren in 13 Spielen führt der Kapitän die Torjägerliste der A-Liga souverän an. Positiv in der Hinrunde sah Baumann auch die Motivation und Einstellung der bei ihm aktiven Regionalligaspieler. „Da mich alle Jungs als ihren Athletiktrainer kennen, gab es da keine Berührungsängste. Immer wenn wir auf diese Spieler zurückgreifen konnten haben sie sich in die Mannschaft integriert und ihr Bestes gegeben.“

Mit 24 Punkten liegt der SVS derzeit auf dem fünften Tabellenplatz und hat scheinbar in der Rückrunde noch einiges vor. „Man hat scheinbar nun im Verein erkannt, dass die zweite Mannschaft verstärkt werden muss. Denn letztendlich ist der Spagat zwischen Regionalliga und Kreisliga A eigentlich zu groß. Und da wollen wir als SV Straelen mittelfristig Abhilfe schaffen, in dem die Zweite höher spielen soll“, begründet Baumann die Tatsache, dass es zur Rückserie zahlreiche neue Spieler für die Zweite gibt. Auf noch mögliche Aufstiegsambitionen in der laufenden Saison angesprochen gibt sich der Trainer jedoch zurückhaltend. „Wir müssen uns jetzt erst einmal als Mannschaft finden. Wir haben bereits ein Vorbereitungsspiel gemacht um einfach auch zu sehen wo wir mit den Neuen stehen. Und da gibt es in den kommenden Wochen noch einiges an Arbeit zu tun. Allerdings will ich als Trainer natürlich immer gewinnen, das sollte auch klar sein.“

Quelle: RP