Nach dem Heimspiel gegen den Drittletzten folgt der Auftritt beim Schlusslicht TV Herkenrath. Anschließend möchte der Neuling endgültig auf der sicheren Seite sein.

Die Regionalliga-Tabelle sieht für den Aufsteiger SV Straelen nach 23 Spieltagen schon ganz ausgezeichnet aus. 31 Punkte aus 23 Spielen – da sollte in Sachen Klassenerhalt eigentlich nichts mehr anbrennen. Doch im Fußball kann bekanntlich einiges oder genauer gesagt so ziemlich alles passieren.

Und da sich am Saisonende vier Mannschaften in Richtung Oberliga verabschieden müssen, falls Fortuna Köln aus der Dritten Liga absteigt, sind die beiden kommenden Aufgaben gegen Kellerkinder von entscheidender Bedeutung für die Grün-Gelben.

Am Samstag gastiert zunächst ab 14 Uhr der Drittletzte 1. FC Köln II an der Römerstraße, eine Woche später geht’s zum abgeschlagenen Tabellenletzten TV Herkenrath. Wenigstens vier Punkte aus diesen beiden Spielen sind Pflicht – dann können Präsident Hermann Tecklenburg, Sportlicher Leiter Stephan Houben und Trainer Marcus John endgültig für eine weitere Saison in Liga vier planen. Alle Beteiligten sind sich darüber im Klaren, dass sie sich vorher noch nicht auf den bislang erworbenen Lorbeeren ausruhen dürfen. „Die Spieler wissen ganz genau, dass sie in keinem Fall nachlassen dürfen. Es gibt nach wie vor in der Regionalliga keinen Gegner, gegen den wir als klarer Favorit ins Spiel gehen“, sagt Straelens Co-Trainer Khaled Daftari.

Gegen die Reserve des aktuellen Zweitliga-Tabellenführers schon einmal gar nicht. Der 1. FC Köln scheint seine „U 23“-Auswahl unbedingt in Liga vier halten zu wollen. Im neuen Jahr präsentiert sich die Mannschaft um Trainer André Pawlak stark verbessert. Zunächst gelang eine respektable Nullnummer am Aachener Tivoli. Es folgte eine unglückliche 0:1-Niederlage beim SV Lippstadt, ehe die Kölner Hoffnungen auf den Klassenerhalt zuletzt mit einem 3:2 gegen den SC Verl wieder neue Nahrung erhielten.

Im Hinspiel landete der SV Straelen im Schatten des Geißbockheims einen seiner bislang zwei Auswärtssiege in der laufenden Saison. Damals erzielte Rene Jansen, der mittlerweile für den Oberligisten Union Nettetal auf Torejagd geht, in der 69. Minute den Siegtreffer zum 2:1-Endstand. Khaled Daftari, von Kindesbeinen an bekennender „Effzeh“-Fan, zum nächsten Gegner: „Es ist eigentlich eine typische ‚U 23’-Mannschaft eines Profi-Clubs. Drei sehr erfahrene Spieler nehmen die Talente an die Hand, die allesamt eine sehr gute Ausbildung genossen haben und von einer erfolgreichen Laufbahn träumen.“

Die Zuschauer, die sich am Samstag auf den Weg zur Römerstraße machen, sollten sich vor allem zwei Namen merken. Im Kölner Tor steht ein 19-jähriger US-Boy: Viele Experten trauen dem jungen Mann namens Brady Scott den Sprung in die Bundesliga zu. Gleiches gilt für den ebenfalls 19-jährigen Nikolas Nartey. „Ein Super-Talent im defensiven Mittelfeld. Von dem Jungen wird man noch einiges hören“, versichert Daftari.

Das Spiel gegen den aktuellen Drittletzten ist folglich mit Sicherheit kein Selbstläufer. Zumal der SV Straelen, der mit zwei Unentschieden ins neue Jahr gestartet ist (jeweils 1:1 gegen den Wuppertaler SV und den FC Kaan-Marienborn), eventuell weiterhin auf den einen oder anderen Leistungsträger verzichten muss.

Kevin Weggen ist zwar nach seinem Ermüdungsbruch inzwischen wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen, dürfte aber gegen Köln wohl noch geschont werden, um kein unnötiges Risiko einzugehen. Innenverteidiger Adli Lachheb (Knieprobleme) und Mittelfeldspieler Kai Schwertfeger mussten in dieser Woche das Training abbrechen. Der Neuzugang aus Uerdingen, der als Weggen-Stellvertreter im defensiven Mittelfeld bislang einen überzeugenden Eindruck hinterlassen hat, klagte über Leistenbeschwerden. Ebenfalls auf der Kippe stehen Linksverteidiger Jannik Stevens und Linksaußen Aram Abdelkarim. Grund: Husten, Schnupfen, Heiserkeit. Außerdem scheint sich die Freigabe für Winterneuzugang Babacar M’Bengue zu einer Hängepartie zu entwickeln. Bis gestern lag das erforderliche Dokument jedenfalls immer nicht vor.

Immerhin gibt’s auch einen Lichtblick: Allrounder Ahmad Jafari hat seine Rückenbeschwerden auskuriert und steht erstmals im neuen Jahr wieder im Kader.

Quelle: RP