Sport1 Interview mit unserem U-12 Trainer Achim Apitzsch

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Von einem kleinen Klub am Niederrhein in die große, weite Welt des Fußballs: Konstantinos Mitroglou, der heute mit Benfica Lissabon in der Champions League auf Borussia Dortmund trifft, lebt den Traum vieler talentierter Nachwuchskicker. Den sportlichen Werdegang des 28 Jahre alten griechischen Nationalspielers und BVB-Schrecken mit geprägt hat Achim Apitzsch. Der 57-Jährige, aktuell Trainer der D-Jugend beim SV Straelen, hat den kleinen Kosta, der vor zwei Wochen im Achtelfinal-Hinspiel der Champions-League den 1:0-Sieg für die Portugiesen gegen den BVB herausgeschossen hat, in der Jugend trainiert.

Im Interview mit FUSSBALL.DE erzählt Apitzsch die Geschichte von einem echten Straßenfußballer, der schon als Kind immer als einer der ersten auf dem Trainingsplatz stand und heute seinen früheren Mitspielern Tickets für die „europäische Königsklasse“ spendiert.

FUSSBALL.DE: Herr Apitzsch, wann hatten Sie Konstantinos Mitroglou beim SV Neukirchen 21 unter Ihren Fittichen?

Achim Apitzsch: Das war von 1997 bis 2003, von der E- bis zur C-Jugend. Er hat also sechs Jahre bei mir gespielt.

„Er war ein richtiger Straßenfußballer, er lebte für den Sport und war bei jedem Training voller Ehrgeiz dabei“
Und wie war der kleine Kostas so?

Apitzsch: Er war ein richtiger Straßenfußballer, er lebte für den Sport und war bei jedem Training voller Ehrgeiz dabei. Wir haben für einen kleinen Verein ja schon damals recht häufig trainiert, dreimal die Woche und in der Vorbereitung noch öfter. Kosta war trotzdem häufig schon früher am Platz, hat für sich schon mal etwas trainiert, zum Beispiel Torschüsse oder Flankenläufe. Zusätzlich zum Mannschaftstraining bei uns habe ich ihn montags immer zum Stützpunkttraining in die Sportschule Wedau nach Duisburg gefahren. Es hat immer großen Spaß gemacht hat, solch einen lernwilligen und talentierten Jungen betreuen zu dürfen.

Konnte man schon damals erkennen oder zumindest erahnen, dass er es später einmal zum Profi schaffen würde?

Apitzsch: Das ist in dem jungen Alter immer sehr schwer vorherzusagen, denn am Ende entscheiden viele verschiedene Faktoren darüber, ob es einer packt oder nicht. Kosta war auf jeden Fall sehr talentiert, er war schon in der E-Jugend ein außergewöhnlicher Spieler in einem sehr starken Jahrgang, der dann über sechs Jahre fast komplett zusammen geblieben ist und in der C-Jugend sogar in der Niederrheinliga, also in der höchsten Klasse in dem Alter, gespielt hat.

Der SV Neukirchen war und ist ja nicht gerade der Nabel der Fußballwelt. Wie kommt es, dass dieser kleine Klub so eine starke Jugend hatte?

Apitzsch: Da kam einfach Talent und jede Menge Arbeit zusammen. Wie schon erwähnt, haben wir viel trainiert und ich als Trainer habe immer Wert darauf gelegt, alles mit dem Ball zu erarbeiten. Einfach nur Lauftraining gab es bei mir nicht, sondern die Kugel musste immer dabei sein. Ich denke, dass uns der Erfolg recht gegeben hat, wir haben zum Beispiel mit der C-Jugend sogar mal Borussia Mönchengladbach in einem Freundschaftsspiel geschlagen und auch gegen den 1. FC Köln gut ausgesehen. Das beste Spiel aber war im Niederrheinpokal gegen Fortuna Düsseldorf, da haben wir nach einem 1:6-Rückstand sage und schreibe noch 9:6 in der Verlängerung gewonnen – und Kosta hat drei Tore gemacht.

Der Kostas Mitroglou, der jeden Gegner schwindlig gespielt hat …

Apitzsch: Er war sicher der auffälligste Spieler in unserer Mannschaft, konnte aber auch deshalb glänzen, weil er viele gute Mitspieler hatte – zum Beispiel Andreas Altenbeck, der 2006 mit Schalke 04 sogar Deutscher A-Juniorenmeister wurde, Damian Raczka oder Robert Kruppa, die alle in der U-19-Bundesliga gespielt haben. Kostas ist dann Profi und Nationalspieler geworden, die anderen Jungs haben es im Fußball eben nicht so weit gebracht.

Welche waren seine besonderen Stärken?

Apitzsch: Er war technisch sehr gut, hatte schon damals ein gutes Spielverständnis und war körperlich weiter als die anderen Jungs. Außerdem war er ziemlich schnell. Da er einen ziemlich unorthodoxen Laufstil hat, denkt man, dass er eher langsam wäre, aber das ist nicht der Fall.

Hat er damals schon Stürmer gespielt?

Apitzsch: Nein, sondern im Mittelfeld, meist über links. Er hat früher so gespielt wie Marco Reus heute, von der linken Außenbahn mit Zug in die Mitte und zum Tor. So hat er in der Jugend viele Treffer für uns erzielt.

Kostas Mitroglou ist dann in der C-Jugend vom SV Neukirchen zum MSV Duisburg und später ins Nachwuchsleistungszentrum von Borussia Mönchengladbach gewechselt. Wie haben Sie dort seinen Werdegang verfolgt?

Apitzsch: Wir haben über meinen Sohn André, der vorher bei uns in Neukirchen sein Mitspieler war, Kontakt gehalten. Die beiden sind heute noch befreundet. Sie treffen sich zusammen mit ihren ehemaligen Mitspielern Andreas Altenbeck, Damian Raczka und Robert Kruppa, wenn Kosta seine Familie in Moers besucht, zum Beispiel Weihnachten. Und als er mit Benfica in der Champions League in München gegen die Bayern gespielt hat, hat er für seine Kumpels Karten besorgt.

Sind Sie als sein ehemaliger Trainer und fußballerischer Förderer stolz, wenn Sie Kosta Mitroglou in der„Königsklasse“ oder, wie 2014, mit Griechenland bei der WM sehen?

Apitzsch: Natürlich freue ich mich, dass ein Junge, den ich mal trainiert habe, so weit nach oben gekommen ist. Dann weiß man, dass sich die Arbeit auf dem Platz auszahlt. Als er im November 2012 mit Piräus auf Schalke gespielt hat, war ich auch live in der Arena dabei und habe ihn mir angeschaut. Das ist schon ein besonderes Gefühl, keine Frage.

An diesem Mittwoch ist Ihr früherer Schützling wieder in der Nähe. Borussia Dortmund hat er mit seinem Tor zum 1:0 im Hinspiel in Lissabon ganz schön unter Druck gesetzt. Fliegt der BVB durch Konstantinos Mitroglou aus der Champions League?

Apitzsch: Dortmund ist der Favorit, aber wenn es Benfica gelingt, lange die Null zu halten oder sogar in Führung zu gehen, dann haben sie alle Chancen weiterzukommen. Und klar: Natürlich hätte ich nichts dagegen, wenn Kosta erneut trifft. Leider kann ich mir ihn aber nicht live im Stadion ansehen, denn ich habe beruflich einen Termin in Berlin.

Autor: Heiko Buschmann
Quelle: Fussball.de

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By |2017-03-09T08:01:46+00:00März 9th, 2017|Allgemein, Nachwuchs, Verein|0 Comments

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