Sraizi nach China gelockt – und Schacht steht bereit

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Oberliga : Beim Tabellenführer SV Straelen bahnt sich nach gerade einmal acht Spieltagen ein spektakulärer Trainerwechsel an

Eins muss man dem SV Straelen lassen – langweilig wird’s rund um die Römerstraße nie. Aktuell bahnt sich beim Überraschungs-Tabellenführer der Oberliga ein Trainerwechsel an, der mit Sicherheit einen festen Platz in der Chronik der Grün-Gelben erhält. Rachid Sraizi, der erst in der Sommerpause kurzfristig die Nachfolge von Meistermacher Stephan Houben angetreten hatte, plant bereits wieder den Abflug.

Offenbar liegt dem 44-jährigen Niederländer ein Angebot aus der „Chinese Super League“ vor, über das er am Dienstagabend die Mannschaft und den Straelener Präsidenten Hermann Tecklenburg unterrichtete. Momentan spricht einiges dafür, dass Sraizi am kommenden Sonntag beim Heimspiel gegen den VfB Hilden zum letzten Mal auf der Straelener Bank sitzt und anschließend als Fußball-Globetrotter nach Asien auswandert.

Hermann Tecklenburg zeigte sich am Dienstag vor dem Treffen mit dem Trainer überrascht von der Entwicklung. „Wenn Rachid Sraizi nach China möchte, ist das zwar sein gutes Recht. Aber er hat bei uns einen gültigen Vertrag, aus dem ich ihn erst einmal entlassen muss. Ich bin Unternehmer. Und da muss der chinesische Verein, der den Trainer haben möchte, schon gute Argumente präsentieren“, sagt der Straelener Vorsitzende.

Sollten sich die Vertragspartner einigen, steht der Nachfolger bereits in den Startlöchern. Dietmar Schacht, der erst am Sonntag beim Landesliga-Aufsteiger Hamborn 07 das Handtuch geworfen hat, soll den Oberliga-Spitzenreiter übernehmen, sobald Sraizi den Abflug gemacht hat. „Wenn solch ein Fachmann gerade zu haben ist, lasse ich mir die Chance natürlich nicht entgehen“, bekräftigt Tecklenburg.

Der Straelener Präsident hatte erst vor zehn Tagen den 6:0-Erfolg im Spitzenspiel gegen den FC Monheim an der Seite von Dietmar Schacht verfolgt. Er versichert allerdings glaubhaft, zu jenem Zeitpunkt noch nicht über eine mögliche Zusammenarbeit nachgedacht zu haben. „Ich kenne Dietmar Schacht seit rund 30 Jahren und bin mit ihm befreundet. Bei unserem Pokalspiel in Hamborn habe ich ihn erstmals nach langer Zeit wieder getroffen. Abends sind wir noch im Straelener Hof gewesen, wo ich ihm gesagt habe, dass er sich doch einmal eines unserer Meisterschaftsspiele anschauen soll. Gegen Monheim ergab sich die Gelegenheit, weil Hamborn schon einen Tag vorher gespielt hatte“, erklärt Tecklenburg.

Bereits vor sechs Jahren hatte er mit dem Gedanken gespielt, den ehemaligen Profi und Schalke-Kapitän an die Römerstraße zu lotsen. Seinerzeit hatte sich Dietmar „Didi“ Schacht allerdings für ein Engagement beim damaligen Mittelrhein-Ligisten SV Bergisch-Gladbach entschieden, mit dem er 2012 den Aufstieg in die Regionalliga West feierte. Ohnehin kann Schacht, der am Donnerstag seinen 55. Geburtstag feiert und in seiner aktiven Laufbahn als einer der härtesten Verteidiger im deutschen Fußball galt, in seiner Trainer-Vita einige Besonderheiten vorweisen. Darunter bemerkenswertes soziales Engagement. Zweieinhalb Jahre lang trainierte der gebürtige Duisburger die deutsche Nationalmannschaft für Menschen mit geistiger Behinderung, mit der er 2008 an der Europameisterschaft teilnahm. In der Frauenfußball-Bundesliga hatte Schacht, der kurz nach seiner Profi-Laufbahn die Fußballlehrer-Lizenz erworben hatte, zuvor mit dem SC 07 Bad Neuenahr Erfolge gefeiert. Jetzt folgt als nächste Station höchstwahrscheinlich der SV Straelen. Das passt auch deshalb, weil Dietmar Schacht mit seiner Frau schon seit längerer Zeit beabsichtigt, im benachbarten Kevelaer ein Eiscafé zu eröffnen.

Hermann Tecklenburg sieht nicht die Gefahr, dass der erneute Trainerwechsel das Ende des Straelener Höhenfluges einleiten könnte. „Vielleicht müssen wir uns ja im nächsten Frühjahr damit beschäftigen, ob wir tatsächlich in die Regionalliga aufsteigen wollen“, scherzt der Präsident. Und schickt in diesem Zusammenhang schöne Grüße an die Adresse des Meistermachers in Mönchengladbach. „Wir haben ganz einfach eine tolle Mannschaft. Mein Dank gilt Stephan Houben, der vor seinem Abschied mit einem der geringsten Etats in der Oberliga ein Spitzenteam zusammengestellt hat. Er wird immer einen festen Platz im SV Straelen haben. Ich würde mich freuen, ihn eines Tages wieder in unser ,Team Sport‘ aufnehmen zu können.“

Quelle: RP (Volker Himmelberg)

By |2017-09-27T07:26:13+00:00September 27th, 2017|Allgemein, Senioren, Verein|0 Comments

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