Der Oberligist präsentiert sich vor 720 Zuschauern im Stadion an der Römerstraße gegen die VV Venlo aus der niederländischen Eredivisie als gleichwertiger Gegner. Kaito Mizuta erzielt beim 1:2 den Anschlusstreffer.

100 Jahre SV Straelen – da ließ es sich der Jubilar am Dienstagabend nicht nehmen, den Fußballfreunden einen Leckerbissen zu servieren. Die Voetbal Vereniging Venlo, die in den Niederlanden im Konzert der Großen in der Eredivisie mitmischt, trat vor 720 Zuschauern im Stadion an der Römerstraße zu einem Testspiel gegen den Oberligisten an.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Die Anhänger des SV Straelen durften mit der Leistung ihrer Mannschaft mehr als zufrieden sein, während die Profis vom holländischen Nachbarn einen eher enttäuschenden Eindruck hinterließen. Am Ende behielt der prominente Gast zwar mit 2:1 (1:0) die Oberhand. Doch ein deutlicher Klassenunterschied war nicht erkennbar. Allerdings hatte Venlos Trainer Robert Maaskant auch nur eine bessere B-Elf aufgeboten. Die Leistungsträger Thorsten Kirschbaum, Elia Soriano, Richard Neudecker, Nils Röseler, Tristan Dekker und Christian Kum beobachteten das Duell von der Tribüne aus, Haji Wright, Neuzugang vom FC Schalke 04, war noch nicht spielberechtigt.

Der Kader des SV Straelen hat sich im Vergleich zur Regionalliga-Saison stark verändert. Aus dem ehemaligen Team tauchten gerade einmal sieben Akteure im Spielbericht auf. An 13 neue Namen und Gesichter müssen sich die Zuschauer erst einmal gewöhnen. Die Elf von Trainerin Inka Grings begann in der Startaufstellung mit David Szczepankiewicz im Tor. Der 25-jährige Pole hatte eine gute Gelegenheit, sein Können unter Beweis zu stellen, als er einen wuchtigen Distanzschuss akrobatisch über die Latte fausten konnte. Beim Venloer Führungstreffer durch Simon Janssen in der 31. Minute war er machtlos.

Links verteidigte Tatsuya Fukushige, über dessen Seite die meisten Venloer Angriffe liefen. In der Innenverteidigung agierten Kevin Weggen und Ole Päffgen, die eine solide Partie boten. Rechts spielte Kai Schwertfeger, der nach der Pause für Weggen auf die Position des Innenverteidigers rutschte.

Auf der ungewohnten Position im zentralen Mittelfeld kam Aram Abdelkarim zum Einsatz, auf den Außenpositionen spielten zunächst Aleksandar Pranjes (rechts) und der Südkoreaner Boguk Seo, Neuzugang von der Spielvereinigung Schonnebeck. Die Angriffsreihe bildeten Mittelstürmer Shun Terada, sein Landsmann Kaito Mizuta und der erst 19 Jahre alte Sotirios Kokkinis. Sowohl an Mizuta als auch an Kokkinis könnte der SV Straelen noch viel Freude bekommen.

Jede Menge Namen, die sich die Anhänger der Grün-Gelben erst einmal einprägen müssen. Inka Grings nutzte die Gelegenheit, um jede Menge auszuprobieren und die Mannschaft ordentlich durchzumischen. Nach dem Wechsel und im weiteren Spielverlauf brachte sie noch acht Spieler, von denen lediglich Jannik Stevens, Meguru Ogadaki und Fabio Ribeiro den Zuschauern bekannt gewesen sein dürften.

Das 2:0 für den Erstligisten fiel, als sich ausgerechnet „Mister Zuverlässig“ Fabio Ribeiro einen kapitalen Schnitzer leistete – Johnatan Opoku konnte in der 65. Minute die Kugel ungehindert einschieben. Den verdienten Anschlusstreffer erzielte Kaito Mizuta, der einen ausgezeichneten Eindruck hinterließ, sieben Minuten vor dem Abpfiff.

Der SV Straelen agierte während des gesamten Spiels taktisch sehr disziplniert und zog immer wieder ein schnelles Konterspiel auf. Die beste Chance in der ersten Hälfte hatte Mizuta, dessen Schuss aus Nahdistanz Venlos Keeper Delano van Crooij mit dem Gesicht zur Ecke abwehren konnte. Nach dem Seitenwechsel setzte Meguru Odagaki einen Heber an den Außenpfosten. Fazit: Der Kader der Grün-Gelben besitzt offenkundig genug Qualität, um die sofortige Rückkehr in Liga vier erfolgreich in Angriff nehmen zu können.

Quelle: RP
Foto: Ralph Goertz