Tabellenführer zeigt beim FSV Duisburg seine schwächste  Saisonleistung und handelt sich mit einem 1:2 die erste Niederlage seit dem 16. Oktober ein. Das entscheidende Gegentor fällt erst in der Nachspielzeit.

Irgendwann musste es ja wieder einmal passieren. Der SV Straelen hat tatsächlich ein Spiel verloren. Der souveräne Landesliga-Tabellenführer hatte seit dem 16. Oktober (4:5 bei RW Oberhausen II) 13 (!) Spiele in Folge ungeschlagen überstanden und in diesem Zeitraum sage und schreibe 35 Punkte gesammelt. Diese Serie ist am Sonntag gerissen – die Grün-Gelben hatten nach einer ausnahmsweise einmal enttäuschenden Vorstellung mit 1:2 (0:1) beim FSV Duisburg das Nachsehen.

An der komfortablen Situation in Sachen Oberliga-Aufstieg hat sich allerdings praktisch nichts geändert, da Verfolger VfL Rhede parallel beim Abstiegskandidaten Viktoria Buchholz den Kürzeren zog (1:2) – der Straelener Vorsprung auf den ersten Nichtaufstiegsplatz beträgt somit neun Spieltage vor Saisonende neun Punkte.Nach dem Schlusspfiff zeigte sich Stephan Houben als ausgesprochen fairer Verlierer. „Mich interessiert überhaupt nicht, dass das entscheidende Gegentor erst in der Nachspielzeit gefallen ist. Das Ergebnis geht völlig in Ordnung, weil der FSV Duisburg leidenschaftlich gekämpft und seine Sache richtig gut gemacht hat“, sagte der Straelener Coach, der sich ausnahmsweise einmal nicht schützend vor seine Mannschaft stellte. „Das war unsere schwächste Saisonleistung, wir waren einfach schlecht. Ich habe immer betont, dass wir es uns nicht leisten können, in Sachen Einstellung nachzulassen. Das hat sich bestätigt“, meinte Houben.

Der Fußball-Fachmann suchte gar nicht erst nach einer Ausrede für die gestrige Niederlage. Dabei hätte sich die eine oder andere durchaus angeboten. So musste Houben kurzfristig seine Innenverteidigung umkrempeln. Frederik Verlinden hatte am Freitag im Abschlusstraining einen Mittelhandbruch erlitten und fällt wahrscheinlich längere Zeit aus – für ihn rückte der angeschlagene Daniel Vogel an der Seite von Sander Lenders ins Abwehrzentrum.

Gar nicht erst zu reden vom ausgesprochen unglücklichen Gegentor in der Nachspielzeit. Unmittelbar vor dem Abpfiff verdaddelte der SV Straelen einen Eckball und leitete damit unfreiwillig einen gegnerischen Konter ein. Nach einer Abwehraktion von Vogel entschied Schiedsrichter Florian Heien sofort auf Elfmeter. Keeper Marian Gbur wehrte den Versuch ab. Und durfte sich dennoch nicht feiern lassen, weil Edin Husic mit dem Nachschuss die erste Straelener Niederlage seit fast einem halben Jahr besiegelte.

Zuvor hatten die Gäste einen klassischen Fehlstart erwischt. Nach sieben Minuten unterschätzte Verteidiger Lukas Rix einen langen Flankenball. Der Duisburger Winterneuzugang Ibrahim Bulut sagte Danke und erzielte bereits seinen vierten Treffer im neuen Trikot.

Anschließend passierte lange Zeit überhaupt nichts. Das Straelener Offensivspiel, das in den Wochen und Monaten zuvor jeden Gegner vor unlösbare Probleme gestellt hatte, kam nicht zur Geltung. Houben: „Wir hatten in der ersten Hälfte keine nennenswerte Chance.“ Daran sollte sich auch in Hälfte zwei nicht viel ändern. Dennoch hätte es für den Spitzenreiter fast noch zum Remis gereicht, weil Rene Jansen in der 70. Minute wie aus dem Nichts das 1:1 markierte. Danach hatte der SV Straelen seine stärkste Phase, bekam aber letztlich die gerechte Strafe für eine schwache Leistung.

Quelle: RP