Der Tabellenführer macht mit einem 4:2 beim VfB Hilden im zehnten Anlauf den neunten Saisonsieg perfekt. Aram Abdelkarim schießt das schönste Tor des Tages und verwandelt einen Foulelfmeter.

Zehnter Spieltag, Sieg Nummer neun: Tabellenführer SV Straelen hat seine Ausnahmestellung in der Oberliga auch in der Partie beim VfB Hilden unter Beweis gestellt. Allerdings musste die Mannschaft um Trainerin Inka Grings ein hartes Stück Arbeit verrichten, ehe der 4:2 (1:2)-Erfolg unter Dach und Fach war. In Sicherheit wiegen konnten sich die Grün-Gelben erst in der Nachspielzeit, nachdem Aram Abdelkarim mit einem verwandelten Elfmeter den Schlusspunkt gesetzt hatte.

Im Vergleich zum Spiel gegen Germania Ratingen musste Inka Grings ihre Mannschaft auf zwei Positionen umstellen. Für den angeschlagenen Fatlum Zaskoku, der kaum hatte trainieren können, rückte Vojno Jesic ins defensive Mittelfeld. Für den verletzten Jannik Stevens verteidigte Tatsuya Fukushige auf der linken Seite.

Für eine ungewöhnliche Maßnahme hatte sich Hildens Trainer Marc Bach entschieden. Der junge VfB-Angreifer Oluwabori Ayompo Falaye hatte von Hildens Trainer Marc Bach die strikte Anweisung erhalten, Straelens Taktgeber Kevin Weggen in „Manndeckung“ zu nehmen, um so den gegnerischen Spielaufbau entscheidend stören zu können. Eine Taktik, die zumindest in den ersten 45 Minuten voll aufgehen sollte. Denn beim SV Straelen ging kaum etwas nach vorne. Maximilian Funk und Vojno Jesic waren als Verteidiger vor der Abwehr nicht in der Lage, für einen geordneten Spielaufbau zu sorgen. Und ein Spielmacher war nicht in Sicht.

Die Gastgeber stellten es geschickter an und waren die aktivere Mannschaft. Nach 22 Minuten schlug es zum ersten Mal hinter Straelens Torhüter Daniel Szczepankiewicz ein. Pascal Weber war im Strafraum frei zum Schuss gekommen. Keine zehn Minuten später verlor Jesic in der Vorwärtsbewegung einen Zweikampf gegen Hildens besten Spieler Tahla Demir. Der zog aus gut 16 Metern einfach einmal ab und erhöhte auf 2:0. Eminent wichtig war der Anschlusstreffer, der sechs Minuten vor dem Pausenpfiff auf das Konto der Straelener Lebensversicherung Shun Terada ging.

Im zweiten Durchgang präsentierten sich die Gäste aus der Blumenstadt wesentlich energischer und einsatzfreudiger. Auf dem Platz wurde es hektisch. Den ersten richtigen Aufreger gab’s in der 53. Minute, als Ole Päffgen vor der eigenen Trainerbank von hinten von den Beinen geholt wurde. Der Straelener Verteidiger sprang sofort auf und stieß einen Hildener Spieler zu Boden. Klare Tätlichkeit. Umgehend bildete sich eine Spielertraube. Schiedsrichter Marvin Szlapa entschied auf Freistoß für Straelen und zeigte Päffgen Gelb, der sich in dieser Szene über einen Platzverweis nicht hätte beschweren dürfen. Drei Minuten später war der Ball weg. Die Zuschauer vermuteten das Spielgerät unter der Trainerbank des SV Straelen, einzelne Zuschauer gingen auf Co-Trainer Stefan Post los. Das Durcheinander nutzte ein Hildener Betreuer, um den Physio-Koffer von Marco van Hees wegzunehmen und in die eigene Coaching-Zone zu tragen. Diese kindische Aktion beobachtete sein Trainer Marc Bach, der ihm dafür einen ordentlichen Anpfiff verpasste.

Dann wurde wieder Fußball gespielt. In der 62. Minute fiel das schönste Tor des Tages. Für so etwas ist bekanntlich Aram Abdelkarim zuständig, der zu einem Arjen-Robben-Gedächtnis-Dribbling ansetzte und mit einem Rechtsschuss genau in den Winkel traf. Nach 68 Minuten brachte Meguru Odagaki den Spitzenreiter in Führung. Das Spiel schien seinen erwarteten Lauf zu nehmen. Die mitgereisten Gästeanhänger mussten lediglich in der 75. Minute noch einmal eine Schrecksekunde überstehen, als ein Freistoß von Talha Demir an den Innenpfosten klatschte und zurück ins Feld sprang. Die Schlussoffensive der Hausherren überstand der Ligaprimus schadlos und machte schließlich in Person von Abdelkarim den Deckel drauf.

„In der ersten Hälfte waren wir noch nicht wach genug. Hilden ist in dieser Phase verdient mit 2:0 in Führung gegangen. Dann haben wir uns auf unsere Stärken konzentriert und sind gut ins Spiel gekommen. Es war ein spannendes Spiel. Ich bin mit dem 4:2 glücklich“, meinte Inka Grings nach der Begegnung. „Eigentlich habe ich eine liebe und nette Mannschaft. Aber dieses Mal wollten wir ekelhaft und unangenehm sein und den Favoriten nicht zur Ruhe kommen lassen. Das ist uns über weite Strecken sehr gut gelungen. Die Niederlage wirft meine junge Mannschaft nicht um“, sagte ihr Hildener Kollege Marc Bach.

Quelle:RP