SV Straelen nutzt seine Chancen nicht

Die Mannschaft kassiert beim 1:2 bei RW Oberhausen im zweiten Spiel die zweite Niederlage. Das Team hat nach taktischen Umstellungen in der zweiten Hälfte mehr von der Partie.

Es wird noch nicht so oft vorgekommen sein, dass Mike Terranova, Trainer-Legende beim Fußball-Regionalligisten Rot-Weiß Oberhausen, nach einem Sieg im heimischen Niederrhein-Stadion nicht ein gefragter Gesprächspartner bei den Medienvertretern war. Schiedsrichter Francisco Chulian hatte die Partie am Samstag gegen den SV Straelen, die RWO mit 2:1 (2:0) gewann, nach vier Zusatzminuten gerade abgepfiffen. Die SVS-Akteure näherten sich mit gesenkten Köpfen dem Spielertunnel, während sich das Heimteam artig bei seinen Fans für die Unterstützung bedankte. Währenddessen bemühten sich zahlreiche Reporter und Kamerateams um die Poleposition am Spielfeldrand, um den Straelener Coach Sunday Oliseh vors Mikrofon zu bekommen. Beeindruckend, mit welcher Freundlichkeit und Gelassenheit Oliseh im Stile eines echten Profis auch dann noch die Fragen geduldig beantwortete, als die ersten Spieler seiner Mannschaft schon frisch geduscht am Mannschaftsbus warteten.

Es war die zweite Niederlage des SV Straelen im zweiten Spiel der Regionalliga – das ist zunächst einmal die nüchterne Feststellung nach dieser Partie. Fakt ist aber, dass Oliseh auch in der Pressekonferenz wieder darauf hingewiesen hat, dass die junge Mannschaft noch Zeit benötigen würde, um seine Spielidee nach und nach umsetzen zu können. Und Fakt ist ebenfalls, dass sich sein Team im Vergleich zur 0:1-Niederlage zum Auftakt gegen die U 23 des FC Schalke 04 deutlich verbessert und wesentlich strukturierter präsentiert hat.

INFO

Die Statistik zum Spiel des SV Straelen

RW Oberhausen Davari – Winter, Öztürk, Propheter, Fassnacht – Ngyombo, Holthaus – Heinz (68. Donkor), Dorow (52. Skolik), Mickels (74. Boche) – Kreyer (84. Petritt)

SV Straelen Paris – Cirillo, Päffgen, Baraza (62. Ben Salah), Miyamoto – Fionouke, Munsters – Mata, Vicario, Harouz (87. Ubabuike) – Nshimirimana (28. Ndiaye)

Tore 1:0 Öztürk (8.), 2:0 Holthaus (38.), 2:1 Harouz (72.)

Schiedsrichter Francisco Lahora Chulian

Zuschauer 2564

Der Gast war gegen eine Mannschaft, die wesentlich ambitioniertere Ziele als der SV Straelen verfolgt, in Hälfte zwei das überlegene Team. Es scheint aktuell nur noch eine Frage der Zeit zu sein, wann der SVS seinen ersten Erfolg in der Regionalliga feiern kann – vielleicht schon am Mittwoch, 19.30 Uhr, beim Nachholspiel vor eigenem Publikum gegen den 1. FC Kaan-Marienborn.

Der SV Straelen begann mit der Mannschaft, die beim DFB-Pokalspiel gegen den FC St. Pauli aufgelaufen war. Der Gastgeber riss von Beginn an die Partie an sich. Und der erste Eckball führte in der achten Minute zur 1:0-Führung von RWO durch Tanju Öztürk. Oberhausen machte weiter Druck, Straelen lief nur hinterher. Oliseh reagierte nach 28 Minuten, holte Mittelstürmer Amoros Nshimirimana vom Platz und brachte mit Moulaye Ndiaye einen defensiven Akteur. „Unser Spiel war in der ersten Halbzeit nicht gut. Ich habe ausgewechselt, damit das Spiel nach vorne besser klappte“, sagte der Coach. Das zeigte Wirkung. Der SVS spielte besser mit, wurde aber nach 38 Minuten durch ein Traumtor von Fabian Holthaus, der dem Straelener Keeper Julius Paris mit einem Schuss aus gut 25 Metern in den Torwinkel keine Chance ließ, ein zweites Mal geschockt.

Manasse Fionouke (am Ball), hier im Zweikampf mit dem Ex-Straelener Glody Ngyombo, zeigte im Mittelfeld eine gute Leistung und trieb das Spiel seines Teams immer wieder an. Foto: Heinz Spütz

Nach einer schwachen ersten Halbzeit ohne Torchance der Gäste präsentierte sich das Oliseh-­Team im zweiten Durchgang wie ausgewechselt. „Ich hatte viele Fehler gesehen und musste bis zur Halbzeit warten, um meine Mannschaft neu einzustellen“, so Oliseh in der Pressekonferenz. Die Gäste bestimmten in Hälfte zwei die Partie und erspielten sich erste Gelegenheiten. Sie wurden für ihren couragierten Auftritt mit dem Anschlusstreffer durch Said Harouz in der 72. Minute belohnt. Der SV Straelen hielt den Druck weiter hoch, die Partie schien zu kippen. Entsprechend nervös lief Terranova die Seitenlinie auf und ab. Der SVS ließ aber beste Chancen durch Said Harouz, Jaron Vicario und zum Schluss durch Ole Päffgen aus und musste sich erneut knapp geschlagen geben.

„Ich bin davon ausgegangen, dass wir in der zweiten Halbzeit, in der wir auf unsere Fankurve gespielt haben, mehr Räume bekommen und das Ergebnis höher gestalten könnten. Doch wir haben den Faden verloren, das Ding im Endeffekt aber noch gezogen“, sagte Terranova. „Das frühe Gegentor hat uns durcheinandergebracht, da war die Partie quasi entschieden“, sagte Oliseh. „Wir haben in der Pause einiges geändert. Die Jungs haben es überragend umgesetzt. Ich glaube, wir hatten vier klare Torchancen, haben aber leider nur eine genutzt. Das tut mir leid für meine Spieler, weil sie alles versucht haben. Sie verdienen meinen Respekt.“

Quelle: RP (Heinz Spütz)
Foto: RP (Heinz Spütz)

Nächstes Spiel

08.10.2022

Regionalliga West

FC Bocholt

VS

14:00 UHR

SV Straelen

TAGE

STUNDEN

MINUTEN

SEKUNDEN

TABELLE

Platz

Club

Spiele

Punkte

1

SC Preußen Münster

9

22

2

SV Rödinghausen

10

21

3

1. FC Kaan-Marienborn (AUF)

10

17

4

Schalke 04 II

9

16

5

1. FC Köln II

10

16

6

1. FC Düren (AUF)

10

16

7

Alemannia Aachen

10

15

8

RW Oberhausen

10

15

9

SV LIppstadt

10

15

10

Borussia Mönchengladbach II

10

14

11

Wuppertaler SV

10

13

12

Fortuna Düsseldorf II

10

13

13

Fortuna Köln

9

12

14

SC Wiedenbrück

10

11

15

RW Ahlen

10

11

16

FC Bocholt (AUF)

9

9

17

SV Straelen

10

6

18

SG Wattenscheid (AUF)

10

5