Eine makellose Bilanz weist die Elf von Inka Grings nach dem 5. Spieltag auf. Der 1. FC Bocholt wurde beim 5:2-Heimsieg deklassiert.

Die Absicht des 1. FC Bocholt, so lange wie möglich um den Aufstieg mitzuspielen, galt vor dem Saisonstart ebenfalls für den SV Straelen. Beide Mannschaften trafen am Samstag im Stadion an der Römerstraße zum Kräftemessen aufeinander.

Nach dem Abpfiff der Partie wird man im Lager der Bocholter die eigene Zielsetzung überdenken müssen, während sich die Elf von Trainerin Inka Grings weiterhin voll auf Regionalliga-Kurs befindet. Die Begegnung wurde nach einer überzeugenden Leistung mit 5:2-Toren gewonnen. Das bedeutet: Fünf Spiele, fünf Siege, Tabellenplatz eins!

Bocholts Trainer Manuel Jara stellte in der Pressekonferenz nüchtern fest, dass er in den sieben Jahren beim FC Bocholt seine Mannschaft noch nie so unterlegen gesehen habe und dass sein Vorhaben, die Liga spannend zu halten, gescheitert sei.

Der SV Straelen bot eine Vorstellung voller Kraft, Energie, Gier und Leidenschaft. Die Arbeitsleistung des gesamten Teams und die taktische Disziplin waren, abgesehen von zehn Minuten nach der Trinkpause in der zweiten Hälfte, beeindruckend.

Zum ersten Mal in dieser Saison sprach SVS-Trainerin Grings nach dem Spiel davon, glücklich und zufrieden zu sein. Sie habe sich intensiv mit der Mannschaft auf dieses Spiel vorbereitet und zu ihrer Freunde hätten diesmal auch die einstudierten Standards geklappt. „Mir hat die Partie enorm viel Spaß gemacht“, sagte sie zum Schluss.

Dazu hatte sie auch allen Grund: Vom Anpfiff an nahm der Tabellenführer das Heft in die Hand und heizten dem Gegner bei 30 Grad im Schatten gewaltig ein. Vornehmlich Kevin Weggen steuerte das Spiel der Hausherren im Zentrum. Das japanische Sturm-Duo Kaito Mizuta und Shun Terada sowie die Flügelstürmer Aram Abdelkarim und „Meg“ Ogadaki setzten den Gegner in vorderster Linie zu. Die Gäste liefen nur hinterher oder verschanzten sich vor dem eigenen Strafraum. Ging es mal in die andere Richtung, waren die „Mannschaft vom Hünting“ den Ball meist schnell wieder los.

Die extrem hohe Laufbereitschaft der Hausherren in höchster Geschwindigkeitsstufe setzte sich im zweiten Durchgang fort. Lediglich in den bereits erwähnten zehn Minuten ließ der Tabellenführer die Zügel etwas schleifen, um dann im Endspurt mit einem Elfmeter-Spektakel 300 Zuschauern beste Unterhaltung zu bieten.

Der Spielverlauf im Kürze: 16. Minute: Vorlage Mizuta, Abschluss Shun Terada – 1:0. Acht Minuten später setzt Daniel Neustädter einen Freistoß zentimetergenau in den Winkel – Traumtor. Fünf Minuten vor dem Halbzeitpfiff schlägt Abdelkarim eine Ecke auf den ersten Pfosten, Adli Lacheb ist mit dem Kopf zur Stelle.

Eine Minute nach Wiederanpfiff jubelt „Meg“ – zu früh. Der Linienrichter hat die Fahne hoch. Drei Minuten später wird „das Herzstück der Straelener Offensive“, Shun Terada von Kevin Weggen mustergültig angespielt – 3:1. Fünf Minuten danach hat Abdelkarim einen genialen Moment, vernascht die Defensive und setzt die Kugel zum 4:1 in die Maschen. Hochkaräter von Terada und Abdelkarim werden leichtfertig vergeben. Bocholt verkürzte in der 72. Spielminute. Yodan Kim wird in der Nachspielzeit im Strafraum gefoult. Elfmeter. Weggen läuft an, Andre Bley wehrt den Ball zur Seite ab – vor die Füße von Fatlum Zaskoku. Der wird von den Beinen geholt – Schiedsrichter Marcel Donath zeigt erneut auf den Punkt. Neuzugang Gökan Lekesiz schießt zum 5:2-Endstand ein.

Vor dem Gipfeltreffen Sonntag bei ETB Schwarz-Weiß Essen sind zunächst die Fähigkeiten und heilenden Hände von Straelens „Physio“, Marco van Hees, gefragt. Abräumer Fabio Ribeiro hatte sich in der Trainingswoche einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zugezogen. Sein Einsatz ist fraglich. Maximilian Funk und Kaito Mizuta mussten mit Verdacht auch eine Bänderverletzung im Fußgelenk den Platz verlassen – eine genaue Diagnose steht noch aus. Aleksandar Pranjes, Randy Grens und Ahmet Saglam sind langzeitverletzt. Gut, dass Team-Manager Stephan Houben vom SV Straelen kurz vor Ablauf der Transferfrist den Kader mit vier Neuverpflichtungen inklusive eines Ersatztorwartes nicht nur aufgefüllt, sondern. wie sich im Spiel mit den Einwechslungen von Kim, Jovic und Kekesiz  bereits angedeutet hat, verstärkt hat.

Quelle: RP
Foto: Andrea Kerpen