Auf Grund einer starken zweiten Halbzeit gewann die Mannschaft von Trainerin Inka Grings beim TSV Meerbusch deutlich mit 4:0. Nach dem Ärger über zu hohe Eintrittspreise für Kinder hat sich der Vereinsvorsitzende Hermann Tecklenburg entschuldigt. Kinder bis 14 Jahren müssen künftig keinen Eintritt mehr bezahlen.

Der SV Straelen gewann nach dem 2:0-Heimsieg gegen den Cronenberger SC auch sein zweites Spiel in der noch jungen Oberliga-Saison. Mit 4:0 siegte der SVS beim TSV Meerbusch. Wer nun den Schluss daraus zieht, dass die Saison für die Elf von Inka Grings ein reiner Selbstläufer wird, befindet sich jedoch gewaltig auf dem Holzweg.

Nicht, dass die Straelener in Meerbusch schlecht gespielt hätten. Es soll eher verdeutlichen, dass andere Mannschaften, wie zum Beispiel der TSV Meerbusch, ebenfalls richtig guten Fußball spielen können. Und dass es für die Grings-Elf ein hartes Stück Arbeit war, bis sie auf die Siegerstraße abbiegen konnte.

Das von TSV-Trainer Toni Molina bei der Pressekonferenz gezogene Resümee spiegelt in etwa den Spielverlauf wider: „In der ersten Halbzeit hat man keinen Unterschied gesehen und wir hatten zwei Chancen, um in Führung zu gehen, die Straelener eine kurz vor dem Halbzeitpfiff. Zu Beginn der zweiten Halbzeit waren wir 15 Minuten die bessere Mannschaft, Straelen hat gewackelt, aber wir haben unsere Chance zur Führung nicht genutzt. Vielleicht wäre das Spiel dann zu unseren Gunsten ausgegangen. Der Führungstreffer der Straelener war spielentscheidend.“

Die Bundestrainerin, Martina Voss-Tecklenburg, beschrieb den Führungstreffer durch Adli Lachheb in der 57. Minuten als „Dosenöffner“ zum Erfolg. Nach einer Ecke schien die Situation bereits geklärt zu sein, als der Ball erneut in den gegnerischen Strafraum flog und der Innenverteidiger, mit dem Rücken zum Tor stehend, den Ball irgendwie über die Torlinie mogelte.

SVS-Trainerin Grings hob wie die Bundestrainerin das geduldige und disziplinierte Spiel der Blumenstädter hervor. Ihr Plan, darauf zu vertrauen, die entsprechenden Chancen zu bekommen, sei aufgegangen. Ihre Mannschaft habe stabil gestanden und konzentriert agiert.

Zurück zum Spiel: Nach dem Führungstreffer drängten die Hausherren auf den Ausgleich. Eine weitere Standardsituation brachte die Gäste zehn Minuten später endgültig auf die Siegerstraße. Ecke von links durch den eingewechselten Kaito Mizuta auf den vor dem Strafraum freistehenden Meguro „Meg“ Odagaki. Der hat noch Zeit, den Ball anzunehmen, um sich dann mit einem „Hammer-Tor“ für seine starke Leistung zu belohnen.

Durch das permanente Anrennen der Meerbuscher ergaben sich deutlich mehr Räume für die pfeilschnellen Straelener Stürmer. Ein Beispiel: Shun Terada wird an der Mittelinie angespielt und ist mit dem Ball am Fuß schneller als zwei Meerbuscher Abwehrspieler. Sein blitzsauberes Abspiel verwandelte der mitgelaufene Mizuta zum 3:0. Fünf Minuten vor Spielende lässt der 19- jährige Mizuta seine Gegenspieler wie Slalomstangen aussehen. Sein Schuss springt vom Innenpfosten zurück aufs Feld. Eine Minute später macht er es besser: Unhaltbar schlägt sein Schuss zum 4:0-Endstand ein. „Sollte sich die Nummer 13 von Straelen über zu geringe Einsatzzeiten beim SV Straelen beklagen, darf er gerne im Winter zu uns wechseln. Hier würde er sie bekommen“, sagte Trainer Molina anerkennend über den zweifachen Torschützen.

Bereits am Sonntag um 15 Uhr geht es für den SV Straelen weiter. An der Römerstraße wird die Elf von TuRu Düsseldorf erwartet. Die Landeshauptstädter haben bisher einen Punkt auf ihrem Konto. Die Hausherren gehen, wie in vielen anderen Spielen vermutlich auch, als Favorit in diese Begegnung. Vermutlich wird es wieder ein reines Geduldsspiel werden, denn Inka Grings stellt sich auf eine tiefstehende Düsseldorfer Mannschaft ein, die ihr Heil im schnellen Umschaltspiel suchen wird. Verletzt sei keiner aus der Begegnung gegen den TSV Meerbusch gegangen, ein Ersatztorwart wird ihr vermutlich auch am Wochenende nicht zur Verfügung stehen. Der eigentliche zweite Keeper, Jan Bekkema, hat seine Verletzung am Fuß auskuriert, muss jedoch weiter zuschauen, weil er noch immer keine Spielberechtigung besitzt.

Und auch bei den Eintrittspreisen gibt es eine Veränderung zum ersten Heimspiel gegen Cronenberg, als sich Zuschauer darüber ärgerten, dass in dieser Saison auch Kleinkinder bereits sechs Euro Eintritt zahlen müssen. Am Donnerstag entschuldigte sich der Vereinsvorsitzende Hermann Tecklenburg: „Beim ersten Heimspiel gegen Cronenberg waren die Eintrittspreise nicht abgestimmt mit dem Vorstand, wir bitten dies zu entschuldigen. Sonntag gegen Turu Düsseldorf werden wieder die aktuell mit dem Vorstand abgesprochenen Eintrittspreise genommen werden.“ Konkret heißt dies: Kinder bis 14 Jahre dürfen wieder kostenlos die Spiele an der Römerstraße verfolgen.

Quelle: RP
Foto: van der Velden