Tabellenführer gewinnt nach einem 0:2-Rückstand noch standesgemäß mit 5:2 bei Union Nettetal.

Der deutliche Sieg des SV Straelen über den abstiegsbedrohten SC Union Nettetal täuscht über die gezeigte Leistung der Gäste hinweg und spiegelt nicht den kompletten Spielverlauf wider. Es war nach einer erschreckend schwachen ersten Halbzeit von Seiten der Blumenstädter ein hart erkämpfter Arbeitssieg, der erst spät unter Dach und Fach gebracht wurde.

Entsprechend klare Worte zur Vorstellung ihrer Mannschaft fand Inka Grings in der anschließenden Pressekonferenz: „Traurig, dass wir erst wachgerüttelt werden mussten. Ich habe von meiner Mannschaft eine ganz andere Präsenz erwartet. Das wird auf jeden Fall Thema der nächsten Trainingswoche werden.“

Was war geschehen? Die Zuschauer sahen in den ersten 45 Minuten eine Partie, die kaum Torraumszenen und Abschlüsse zu bieten hatte – und auch zwischen den Toren nur selten mit fußballerischen Leckerbissen aufwarten konnte. Der Tabellenführer besaß keine Idee, wie ein kontrollierter Spielaufbau aussehen könnte. Der Gastgeber war von Trainer Andreas Schwan taktisch hervorragend eingestellt worden und verstand es immer wieder, das Aufbauspiel der Gäste frühzeitig zu unterbinden und ansatzweise eigene Akzente zu setzen.

Der zweite Durchgang begann mit einem doppelten Paukenschlag. Nach 55 Spielminuten führte der Außenseiter aus Nettetal durch zwei Treffer von Vensan Klicic mit 2:0. Die Freude über den Blitzstart der Union währte nur kurz, denn Grings handelte: Innenverteidiger Kevin Weggen tauschte die Position mit „Sechser“ Fatlum Zaskoku. Und sie brachte Shun Terada für Gökan Lekesiz. Es war die Initialzündung für eine grandiose Aufholjagd. Weggen brillierte augenblicklich als Spielgestalter und Ideengeber. Zwei seiner Traumpässe verwerteten Shun Terada und „Meg“ Odagaki zum Ausgleich nach 66 Minuten. Die Gastgeber wurden nun in der eigenen Hälfte eingeschnürt, die Gäste kontrollierten das Spiel nach Belieben. Die logische Konsequenz waren drei weitere Treffer in den letzten zehn Minuten durch Ryo Terada, Vojno Jesic per Strafstoß und wieder Shun Terada. Nicht nur die Zuschauer fragten sich während der Partie, weshalb Top-Torjäger Shun Terada zunächst auf der Bank gesessen hatte. Und weshalb Weggen erst spät im Mittelfeld die Fäden durfte.

Auch dazu äußerte sich Straelens Trainerin nach dem Spiel: „Shun habe ich ganz einfach eine Pause gegönnt, zumal wir in der Offensive gut besetzt sind. Der Positionstausch Weggen/Zaskoku stellt doch unsere Fähigkeit zum flexiblen Handeln unter Beweis.“

„Unser Plan war, nicht vor dem eigenen Strafraum zu parken, sondern mitzuspielen und die Straelener von unserem Tor wegzuhalten“, fasste Union-Trainer Andreas Schwan zusammen. „Das ist uns lange Zeit sehr gut gelungen. Enttäuscht bin ich, weil wir nach Ballverlusten im Mittelfeld die Gegentreffer kassiert haben.“ Über die Verletzung, die Aram Abdelkarim in der zweiten Hälfte erlitt, wurde nach der Begegnung nichts bekannt. Der FC Monheim gewann mit 3:1 gegen den SC Velbert und bleibt mit vier Punkten Abstand härtester Verfolger des SV Straelen.

Quelle: Fupa