Im Duell der Aufsteiger beim FC Kaan-Marienborn müssen sich die Grün-Gelben mit einem 1:1 (0:0) begnügen, weil die Gäste gute Chancen auslassen. Und weil eine Unachtsamkeit zum späten Ausgleich führt.

Die beiden Punkte tun zwar nicht sonderlich weh, weil sich der SV Straelen längst in der komfortablen Situtation befindet, nichts mehr mit dem Abstiegskampf in der Regionalliga zu tun zu haben. Und dennoch: Das 1:1 (0:0) beim Mitaufsteiger FC Kaan-Marienborn gehört zu jenen Spielen und Resultaten, die man nach 90 Minuten unter dem Stichwort ärgerlich verbuchen muss.

Vor der Minuskulisse von gerade einmal 233 Besuchern, die sich im Siegener Leimbach-Stadion verliefen, hatte der SV Straelen das Geschehen fest im Griff. Und hätte den Platz als Sieger verlassen müssen, nachdem der aufgerückte Innenverteidiger Adli Lachheb in der 67. Minute einen platzierten Kopfball im gegnerischen Tor untergebracht hatte.

„Anschließend durfte eigentlich nichts mehr passieren. Zum einen hätten wir das 2:0 nachlegen müssen. Und zum anderen dürfen uns solche Fehler, die letztlich zum Ausgleich geführt haben, einfach nicht unterlaufen“, bemängelte Straelens Trainer Marcus John nach der Begegnung.

Der Gastgeber trat von Anfang an keineswegs wie eine Mannschaft auf, die im Kampf um den Klassenerhalt unbedingt drei Punkte einfahren möchte. Der FC Kaan-Marienborn überließ dem Mitaufsteiger vom Niederrhein die Initiative. Und der SV Straelen hätte schon nach vier Minuten in Führung gehen müssen, als Shun Terada völlig frei vor Torhüter Christian Bölker auftauchte, letztlich aber am Keeper und seinen eigenen Nerven scheiterte. John: „Den macht Shun normalerweise im Schlaf.“

Anschließend passierte bis zum Pausenpfiff nicht mehr viel. Der FC Kaan-Marienborn verspürte nicht unbedingt den Drang, sich in die gegnerische Hälfte zu bewegen. Und der SV Straelen tat sich äußerst schwer damit, Lücken in der dichtmaschigen Abwehr zu finden. Nach dem Seitenwechsel erhöhten die Grün-Gelben noch einmal die Schlagzahl. In der 55. Minute gab’s den ersten Aufreger. Straelens Kapitän Fabio Ribeiro zog von der Strafraumgrenze aus ab – ein gegnerischer Verteidiger wehrte den Schuss mit der Hand ab. Schiedsrichter Martin Tietze hätte in dieser Situation zwingend auf Elfmeter entscheiden müssen, tat es aber nicht. Und so musste sich der Straelener Anhang noch weitere zwölf Minuten gedulden, bis er endlich jubeln durfte. Neuzugang Kai Schwertfeger schlug nach einer Ecke eine präzise Flanke auf Adli Lachheb. Der baumlange Abwehrchef nickte zum längst überfälligen 1:0 für den SV Straelen ein.

Zehn Minuten später hätte Shun Terada den Deckel drauf machen müssen. Doch der Japaner verlor erneut das Duell mit Torhüter Bölker und übersah zu allem Überfluss auch noch den besser postierten Björn Kluft, der kurz zuvor für den angeschlagenen Florian Schikowski in die Partie gekommen war.

Und so kam es schließlich, wie es im Fußball so häufig kommt. Der schwache Gastgeber, der in der am Samstag gezeigten Form nur geringe Chancen auf den Klassenerhalt besitzen dürfte, schaffte tatsächlich noch den Ausgleich – mit Unterstützung der Gäste aus Straelen. In der 88. Minute verlor der eingewechselte Randy Grens in der Vorwärtsbewegung den Ball. Ein Missgeschick mit Folgen. Die anschließende Flanke segelte in den Straelener Strafraum, wo Keeper Buchholz etwas zu spät kam und mit Angreifer Dawid Krieger zusammenprallte. Schiri Tietze entschied auf Strafstoß – von Seiten der Gäste gab’s keine Proteste. Mehmet Kurt verwandelte sicher und setzte den Schlusspunkt unter einen wenig unterhaltsamen Regionalliga-Nachmittag.

Quelle: RP
Foto: Julian Kaiser