Tugrul Erat: Letzte Ausfahrt Straelen

//Tugrul Erat: Letzte Ausfahrt Straelen

Tugrul Erat (26) spielt seit dieser Saison beim SV Straelen. Der Nettetaler mit türkischen Wurzeln ist glücklich, an der Römerstraße gelandet zu sein. Lange war nicht klar, ob er für diese Spielzeit einen neuen Verein findet.

Die Zahl der Fußballspieler, die sich auf dem sportlichem Niveau von Turgul Erat (26) bewegen, ist reichhaltig. Immer irgendwo zwischen gehobenen Amateurklassen und zweiter oder dritter Liga.

Erat spielt seit Ende September für den SV Straelen in der Regionalliga (vierte Klasse). Zuvor war er bei Fortuna Düsseldorf und dem MSV Duisburg unter Vertrag. Nachdem dieser nicht mehr verlängert wurde, hat er gewartet. Auf reizvolle, möglichst lukrative Angebote. „Ich hatte welche, auch aus dem Ausland, aber die waren nicht interessant“, sagt er. Interessant war schließlich der SV Straelen.

Erat ist in Nettetal geboren, aufgewachsen und Verteidiger. Hermann Tecklenburg, Präsident des SV Straelen, habe bereits früher einmal Kontakt zu ihm aufgenommen, doch damals habe er abgelehnt, so der 26-Jährige.

Nach der Spielzeit 2017/18 blieb er gelassen, wartete lange auf einen neuen Kontrakt und hielt sich beim Oberligisten Union Nettetal fit. Als die Zeit ohne feste Anstellung sich hinzog, unterschrieb er doch bei den Grün-Gelben. „Irgendwann muss du zuschlagen, denn irgendwann hat jeder Verein den Kader voll und die Klubs ihr Geld verplant“, weiß er aus Erfahrung. Der SV Straelen spielt als Aufsteiger eine gute Rolle. Was für ihn nur ein Kriterium war an die Römerstraße zu wechseln. Weiterer Grund ist die Entfernung zum Sportplatz: „Ich wohne in Nettetal, fahre 15 Minuten und bin da.“

Der ehemalige Duisburger Profi läuft, wie etliche Spieler auf dem Leistungsniveau auch, nicht Gefahr, sein Können zu unterschätzen. „Ich bin bin extrem viel unterwegs, durch meine 1,92 Meter Körpergröße super kopfballstark und außerdem unheimlich flexibel einsetzbar“, sagt er. Was ihm noch fehle, sei etwas mehr Härte.

Der Neuzugang des SVS hat keinesfalls aufgegeben, nicht doch wieder in höheren Ligen zu spielen. Den Wunsch nach erster und zweiter Liga haben etliche, die irgendwann trotzdem erkennen müssen, dass nur solide sein nicht mehr reicht für gehobene Ansprüche. Gründe für seine positive Haltung nennt er auch. Dabei zählt er einige Spieler mit nachlassenden Kräften auf, die dennoch in den höchsten Spielkassen unterwegs waren und sind. „Branimir Bajić hat noch mit 39 Jahren beim MSV gespielt. Außerdem gibt es kein alt oder jung, sondern nur gut oder schlecht“, sagt der jetzt 26-Jährige. Er fühlt sich fit und komme in das beste Fußballeralter. Es ist etwas von der Gelassenheit, mit der etliche Akteure umgehen, die sich auf einem guten Weg zu einem Leistungsträger in die Eliteligen wähnten. Wo dann aber irgendetwas dazwischen kam. Zumindest um seine Zukunft macht er sich keine größeren Sorgen. „Und wenn es hier nicht klappt, kann ich immer noch ins Ausland gehen.“ Er baut auf seinen Berater, der bislang immer etwas gefunden habe. Einen Berater müsse man auf dem Niveau haben. „So kann ich mich allein aufs Fußballspielen konzentrieren.“ Das gelang Erat in den vergangenen Jahren bis zu seinem Vertragsende gut: In Düsseldorf spielte er sich über die Reserve fest in den Zweitliga-Kader, in Duisburg zählte er danach zum Stamm der Mannschaft, die souverän den Aufstieg in die zweite Liga packte. Leistungen, die auch Nationaltrainer Berti Vogts nicht verborgen blieben: Erat, der türkische und aserbaidschanische Wurzeln hat, lief 2014 und 2015 viermal für Aserbaidschan auf, auch in der EM-Qualifikation gegen Gigi Buffons Italiener (1:3).

Als Beruf kann Tugrul Erat alleine Fußballer angeben, nach der Schule bekam er sofort einen Vertrag bei Fortuna Düsseldorf. Fünf Mal in der Woche steht er jetzt beim SVS auf dem Platz hinzukommt das Spiel am Samstag. Was man in den Kreisen verdient, wird nur ungern erzählt. Auch Erat sagt nicht, was ihm überwiesen wird. So wechseln etwa bei nicht wenigen Klubs am Monatsende gut gepolsterte Briefumschläge die Seiten. Worauf sich Spieler beim SV Straelen verlassen können, ist das Finanzgebaren des Vereins. Denn hier wird die Mannschaft immer nur mit dem Geld zu verstärkt, das auch tatsächlich zur Verfügung steht.

Für Tugrul Erat war der SV Straelen in dieser Saison die letzte Ausfahrt, die er nehmen musste. Sein Ziel ist es, sich wieder für höhere Aufgaben zu empfehlen. Wobei alleine gut wohl kaum mehr reichen wird.

Quelle: FUPA
By |2018-11-08T13:53:42+00:00November 8th, 2018|Senioren|0 Comments

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