SV Straelen macht mit einem 2:0 (0:0) gegen Alemannia Aachen einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt

Geht doch! Was sich in den letzten Spielen bereits abgezeichnet hatte, ist eingetreten. Regionalliga-Aufsteiger SV Straelen hat sich am Samstag für den hohen Aufwand endlich einmal wieder belohnt und einen verdienten 2:0 (0:0)-Erfolg gegen Alemannia Aachen gefeiert.

Nach dem ersten Sieg im neuen Jahr sieht die Welt an der Römerstraße plötzlich wieder ganz anders aus – von Tristesse kann jedenfalls keine Rede mehr sein. Die Karten im Abstiegskampf werden drei Spieltage vor Saisonende wieder völlig neu gemischt.

Der SV Straelen hat nach Saisonsieg Nummer acht 36 Punkte auf seinem Konto und belegt Platz 14, der die Rettung bedeutet. Daran sollte sich am Montagabend nichts ändern. Verfolger Wattenscheid 09 (34 Punkte) tritt um 20.15 Uhr zum Revier-Derby bei Rot-Weiss Essen an und ist an der Hafenstraße krasser Außenseiter. Wer mitfiebern möchte: Das Spiel wird vom Fernsehsender Sport 1 live übertragen.

Eventuell kann sich der SV Straelen sogar das drohende „Abstiegs-Endspiel“ am 18. Mai in der Wattenscheider Lohrheide ersparen. Voraussetzung hierfür dürfte am kommenden Samstag ein weiterer Sieg bei der „U 23“-Auswahl von Borussia Dortmund sein, für die die Saison längst gelaufen ist. Denn bei allem Respekt: Spitzenreiter Viktoria Köln wird aller Wahrscheinlichkeit nach am 11. Mai in Straelen die Gelegenheit erhalten, die Meisterschaft und damit den Aufstieg in die Dritte Liga perfekt zu machen. Und da sollte für die Grün-Gelben nichts zu holen sein.

Nach dem Triumph gegen die Aachener Alemannia sollte es noch ein Weilchen dauern, ehe Straelens Trainerin Inka Grings den Weg zur Pressekonferenz gefunden hatte. Erst ein Interview mit einem Fernsehsender, dann hielt ihr auch noch ein Radioreporter das Mikrofon vor die Nase – Deutschlands gefragteste Frau im Männerfußball ist an der Römerstraße im Einsatz. Als sie dann die Clubräume des SV Straelen betrat, war der Fußball-Lehrerin der Applaus sicher.

„Wir hatten uns für dieses Spiel einiges vorgenommen und haben in der Woche viel und diszipliniert gearbeitet. In der ersten Hälfte lief es noch nicht so gut. Nach den Toren in der zweiten Halbzeit sind wir nun zufrieden und glücklich, in der nächsten Woche geht es dann weiter“, kommentierte die Straelener Trainerin, die im vierten Anlauf unter ihrer Regie die lange Talfahrt beenden konnte. Zur Erinnerung: Den letzten Straelener Sieg hatten die Fans am 8. Dezember bejubeln dürfen. Damals gab’s an der Römerstraße ein 2:0 gegen Fortuna Düsseldorf II.

Zum Spielverlauf: Der Gastgeber startete sehr engagiert. Die größeren Spielanteile gehörten zwar Alemannia Aachen, wobei der Tabellenfünfte wenig bis gar keine Torgefahr ausstrahlte. Nur bei einigen Standards kamen die Gäste, die am Mittwoch gegen den 1. FC Düren um den Einzug ins Finale um den Mittelrhein-Pokal kämpfen und den einen oder anderen Leistungsträger geschont hatten, dem Straelener Gehäuse schon mal nahe. Die Defensive der Grün-Gelben präsentierte sich aber als stabile Einheit, nicht zuletzt auch dank Adli Lachheb, der nach seiner langen Verletzungspause ein starkes Comeback feierte.

Der SV Straelen trug seine Angriffe oftmals nur zaghaft und mit wenig Durchschlagskraft vor. Dennoch hatte die Mannschaft in der ersten Hälfte zwei gute Chancen zum Führungstreffer. Nach einer scharfen Hereingabe in der 27. Minute von Jannik Stevens kam Torjäger Shun Terada einen Schritt zu spät. Wenige Minuten später köpfte Marvin Tenbült, der nach langer Zeit wieder einmal in der Startelf stand und auf der rechten Außenbahn überzeugte, knapp über das Tor. Aber auch die Heimelf musste vor der Pause noch zweimal durchatmen. Nach einer guten halben Stunde schob Aachens Sebastian Schmitt die Kugel ins Tor, der Treffer wurde aber wegen einer Abseitsstellung nicht gegeben. Dann erlaubte sich Schlussmann David Buchholz eine Unsicherheit, als er den heranstürmenden Vincent Boesen anschoss – der Ball landete aber glücklicherweise im Toraus.

Im zweiten Durchgang spielten die Straelener dann wesentlich griffiger und auch mutiger in ihren Angriffsaktionen. So in der 58. Minute, als Jannik Stevens plötzlich ganz viel Platz auf der halblinken Seite hatte, diesen mit einem Spurt bis in den Strafraum nutzte und trocken zur Führung einschoss. Doch die Alemannia, zwar deutlich weniger präsent als in der ersten Hälfte, gab sich noch nicht geschlagen. Straelens Schlussmann David Buchholz parierte in der 67. Minute gleich zweimal glänzend gegen die Aachener Angreifer Patrick Salata und Sebstian Schmitt. In der 78. Minute hatte der eingewechselte Außenstürmer Drilon Istrefi das 2:0 auf dem Fuß, als er nach einer Hereingabe von Aram Abdelkarim den Ball aus kurzer Distanz über das Aachener Gehäuse drosch.

Zwei Minuten später legte sich dann Kevin Weggen das Spielgerät zum Freistoß zurecht. Aus gut 25 Metern zirkelte der Spezialist den Ball an der Aachener Mauer vorbei zur 2:0-Führung ins Tor. Auch wenn es in der Nachspielzeit anschließend noch vier Minuten drauf gab, bedeutete dieser Treffer die Vorentscheidung. Die Gäste aus Aachen hatten einfach nicht mehr den Spirit, noch einmal ins Spiel zu finden.

Fazit: Der SV Straelen ist wieder da und in der aktuellen Verfassung bereit für die nächsten Schritte im Kampf um den Klassenerhalt.

Quelle: RP