Aufsteiger seit fünf Spielen ohne Sieg

Der SV Straelen wird gegen Rot-Weiss Essen erst in der Nachspielzeit gefährlich und kassiert vor 1810 Zuschauern eine 0:1 (0:1)-Niederlage. Am Mittwoch muss beim Schlusslicht TV Herkenrath unbedingt ein Sieg her.

Es bleibt dabei: Der SV Straelen hat aktuell in der Regionalliga West das Siegen verlernt. Auch im vierten Spiel im neuen Jahr gelang der Elf von Trainer Marcus John kein „Dreier“ – vor der Saison-Rekordkulisse von exakt 1810 Zuschauern im Stadion an der Römerstraße sprang unter dem Strich eine verdiente 0:1 (0:1)-Niederlage gegen Rot-Weiss Essen heraus.

So langsam aber sicher müssen die Grün-Gelben den Blick in der Tabelle nach unten richten. Denn der Vorsprung auf Platz 15 beträgt weiterhin gerade einmal fünf Punkte. Und dieser bedeutet den Abstieg, falls sich die Sportfreunde Lotte oder Fortuna Köln aus der Dritten Liga verabschieden müssen sollten.

Am Mittwoch steht ab 19.30 Uhr das Nachholspiel beim TV Herkenrath auf dem Programm. Das abgeschlagene Schlusslicht ließ am Samstag mit einem 0:0 bei Borussia Mönchengladbach II aufhorchen. Doch eins steht fest: In der Belkaw-Arena in Bergisch Gladbach muss ein Sieg her, um nicht vollends in den Abstiegsstrudel zu geraten. „Wir haben speziell in der ersten Hälfte zu defensiv gespielt“, resümierte Marcus John nach Spielende und traf damit den Nagel auf den Kopf.

Das Straelener Angriffsspiel gestaltete sich nämlich im ersten Durchgang nämlich nach einem viel zu einfachen Muster, um die gegnerische Abwehr ernsthaft in Bedrängnis stürzen zu können: Nach dem Motto „Der Shun wird´s schon richten“ wurde der Ball hoch und weit Richtung Torjäger Terada gespielt, der sich nach Leibeskräften bemühte, jedoch von seinen nachrückenden Mannschaftskollegen ein ums andere Mal im Stich gelassen wurde. Erschwerend kam hinzu, dass der Japaner gegen die kompakte RWE-Defensive um den baumlangen und kompromisslosen Verteidiger Philipp Zeiger einen schweren Stand hatte.

Die Gäste erwischten den wesentlich besseren Start. Kevin Grund setzte nach sieben Minuten mit einem Schuss das erste Ausrufezeichen, fand jedoch im überragenden Keisuke Ishibashi seinen Meister, der von Beginn an für den angeschlagenen David Buchholz ran durfte.

Nach einer Viertelstunde hatte der mitgereiste Essener Anhang dann schon den Jubelschrei auf den Lippen, doch der Kopfball von Philipp Zeiger wurde im letzten Moment von Björn Kluft noch von der Linie gekratzt. Fünf Minuten später stand dann erneut Ishibashi im Mittelpunkt, der zweimal nacheinander gegen Marcel Platzek und Enzo Wirtz rettete.

Die erste halbwegs gefährliche Offensivaktion für den SVS ereignete sich in Minute 24, doch Terada bekam nach einem Missverständnis von Philipp Zeiger und Lukas Heber keinen Druck hinter den Ball. In der Folgezeit plätscherte das Spiel etwas vor sich hin. Essen hatte mehr Ballbesitz, die Hausherren waren allenfalls ansatzweise über Konter gefährlich. Plötzlich kam wieder etwas mehr Fahrt auf. Zuerst fischte Ishibashi noch einen Kopfball von Marcel Platzek sensationell aus dem Eck (35. Minute), bevor vier Minuten später die längst überfällige Führung für RWE fiel. Nach einer Flanke traf Max Wegner aus kurzer Distanz per Kopf.

Das Tor wurde übrigens schon nicht mehr von den Ultras im Essener Fan-Block bejubelt, die sich mit zwei Mitgliedern solidarisch zeigten, denen der Einlass ins Stadion verwehrt worden war. Kurz darauf wurden alle Fahnen vom Zaun genommen und die Unterstützung weitestgehend eingestellt. Der Ultra-Tross machte sich auf den Weg in eine Straelener Kneipe – der Wirt dürfte sich über den Umsatz gefreut haben.

Im zweiten Durchgang rückte Kevin Weggen, der zuvor mit Fabio Ribeiro und Kai Schwertfeger eine Art „Dreifach-Sechs“ vor der Abwehr gebildet hatte, auf die Spielmacher-Position. Doch wesentlich mehr Zug zum Essener Tor entstand dadurch in der Folgezeit auch nicht. Nach gut einer Stunde dann fast das 2:0 für RWE. Ein Lupfer von Max Wegner über Ishibashi landete jedoch nur am Pfosten.

Erst als die Partie unmittelbar vor dem Abpfiff stand, wachte der SV Straelen aus seiner Offensiv-Lethargie auf. Und es sollte tatsächlich noch zweimal brandgefährlich im Essener Strafraum werden. In der vierten Minute der Nachspielzeit scheiterte der eingewechselte Meguru Odagaki mit einem Gewaltschuss aus rund 25 Metern an RWE-Keeper Robin Heller, der nach dem folgenden Eckball auch gegen Yodan Kim zur Stelle war und den verdienten Essener Sieg festhielt.

Fazit: Die Gastgeber werden sich in der Offensive steigern müssen, wenn man nicht in ernsthafte Abstiegsgefahr geraten möchte.

Quelle: RP
Foto: Endberg